St. Peter in der Au

Erstellt am 25. April 2017, 05:43

von Sabine Hummer

Der Storch brachte Drillinge. Birgit und Ronald Wallerberger bekamen drei Babys. Das ist auch eine große Herausforderung.

Gleich drei Babys brachte der Storch der Familie Wallerberger. Wie selten das Ereignis einer Drillingsgeburt ist, zeigt die Statistik der Gemeinde St. Peter, wo neben den Wallerberger-Drillingen in den letzten 30 Jahren nur zwei Drillingsgeburten verzeichnet sind.  |  Sabine Hummer

Schon von Weitem ist zu sehen, dass beim Haus der Familie Wallerberger der Storch gelandet ist. In seinem Beutel hatte er aber nicht nur ein Geschwisterchen für den dreijährigen Stefan, sondern gleich drei: Florian, Katrin und Simon.

„Zuerst hat es mich schon ein wenig geschreckt“, erzählt Mama Birgit Wallerberger über den Moment am Beginn der Schwangerschaft, als sie von ihrem Glück hoch drei erfuhr. „Vor allem hab ich gar nicht gewusst, wie ich es meinem Mann beibringen soll“, sagt sie schmunzelnd.

Schwangerschaft verlief ohne Komplikationen

Papa Ronald Wallerberger hat es zwar kurzzeitig die Sprache verschlagen, bald hatte er sich aber auf den dreifachen Familienzuwachs eingestellt. „Zwillinge gibt es ja in der Verwandtschaft einige, aber Drillinge sind schon etwas Besonderes“, sagt er stolz. Die Wahrscheinlichkeit, dass Drillinge auf natürlichem Weg gezeugt werden, liegt übrigens bei eins zu 100.000.

Die Schwangerschaft verlief ohne Komplikationen. „Es ist mir immer gut gegangen, nur am Bauch hat man gesehen, dass mehr Babys drinnen sind“, lacht die nun Vierfach-Mama. Auch musste sie zur Kontrolle einmal pro Woche nach Linz in die Frauenklinik, die Erfahrung auf dem Gebiet Drillingsgeburt hat.

„Wir wussten, dass unsere Kinder einige Wochen zu früh auf die Welt kommen werden, spätestens in der 33. bis 34. Schwangerschaftswoche, und dass ich einen Kaiserschnitt haben werde, da das Risiko bei einer normalen Geburt zu groß wäre“, erzählt Birgit.

Als sich in der 33. Schwangerschaftswoche durch einen nächtlichen Blasensprung die baldige Geburt abzeichnete, war sie bereits im Krankenhaus. „Ich habe an einer Nebenhöhlenentzündung laboriert, zur Sicherheit haben sie mich gleich da behalten.“

Am 27. Februar um 0.48 Uhr erblickte Florian mit einer Größe von 40 Zentimetern und einem Gewicht von 1.700 Gramm als erster der Drillinge das Licht der Welt. Um 0.50 Uhr folgte Schwesterchen Katrin, 42 Zentimeter groß und 1.775 Gramm schwer. Um 0.52 Uhr wurde schließlich Simon, 44 Zentimeter groß und 1.970 Gramm schwer, geboren.

„Es war einfach wunderschön, als ich sie schreien hörte und man mir sagte, dass alles in Ordnung ist“, beschreibt die Drillingsmama, die den Kaiserschnitt dank Peridualanästhesie bewusst verfolgen konnte, diesen unvergesslichen Moment.

Papa verpasste Geburt nur um fünf Minuten

Ihr Ehemann kam leider um fünf Minuten zu spät. „Es ist ein breiter Weg nach Linz, da wäre ein Blaulicht schön gewesen“, sagt der Verwalter bei der Freiwilligen Feuerwehr Hochstrass.

Drei Wochen mussten die Winzlinge im Krankenhaus bleiben. Während Florian, der Älteste, im Wärmebett lag, brauchten seine Geschwister Atemunterstützung im Brutkasten. Nach eineinhalb Wochen konnten die Drillinge auf die Neonatologie in Steyr verlegt werden, wo auch der dreijährige Stefan seine beiden Brüder und das Schwesterchen erstmals halten durfte.

Am 21. März wurden die Drillinge schließlich entlassen. „Mittlerweile haben wir uns gut eingelebt. Zum Glück sind sie sehr brav und schlafen in der Nacht gut. Nur wenn das Bäuchlein zwickt oder der Hunger nagt, gibt’s ein Schreikonzert.“

Birgits Eltern, die ebenfalls im Haus wohnen, unterstützen die junge Familie natürlich und eine Familienhelferin (die die Wallerbergers aber selbst bezahlen müssen), steht ihnen in den nächsten Wochen zur Seite. Auch der Arbeitgeber von Ronald, das Sägewerk Hirsch in Weistrach, kommt der Familie mit gelockerten Arbeitszeiten entgegen.

Derzeit müssen die Babys noch dreimal pro Woche zum Kinderarzt. Sie wachsen und gedeihen prächtig und nehmen brav zu. Die Familienplanung haben die Wallerbergers wenig überraschend abgeschlossen. „Wir haben vier gesunde Kinder, das ist ein großes Geschenk.“