Erstellt am 05. April 2016, 05:14

von Ingrid Vogl

FPÖ für Burkini-Verbot. Freiheitliche brachten Dringlichkeitsantrag ein, weil Burkinis für sie gegen die Badeordnung verstoßen. Restliche Fraktionen sehen keinen Handlungsbedarf.

Geht es nach den Freiheitlichen, dann soll Schwimmbekleidung wie diese im St. Valentiner Freibad verboten sein. Der Gemeinderat stimmte dem FPÖ-Dringlichkeitsantrag nicht zu. Foto: Kzenon/shuttterstock.com  |  NOEN, Kzenon/shuttterstock.com

Über weite Strecken harmonisch und ohne große Diskussionen ging am vergangenen Donnerstag die Gemeinderatssitzung in St. Valentin über die Bühne. Dass es gegen Ende doch noch zu hitzigen Wortgefechten kam, dafür sorgte ein von den Freiheitlichen eingebrachter Dringlichkeitsantrag zum Verbot von Burkinis in gemeindeeigenen Bädern.

„Da werden nur Ängste geschürt und ein Keil in die Gesellschaft getrieben, wo keiner ist“
Stadtrat Patrick Hagmüller (SPÖ)

Die muslimische Badebekleidung verstoße hinsichtlich der Hygienevorschriften gegen die Badeordnung und gefährde die Gesundheit der anderen Badegäste, hieß es in dem Antrag.

Außerdem müssten von den Musliminnen die hiesigen Sitten und Gebräuche akzeptiert werden. Argumente, die die anderen im Gemeinderat vertretenen Parteien nicht gelten lassen wollten und konnten. Der Erste, der heftig protestierte, war Stadtrat Patrick Hagmüller (SPÖ).

„Es würde mich schon interessieren, worauf sich die Dringlichkeit begründet. Wie viele Burkinis gibt es bei uns im Bad? Da werden nur Ängste geschürt und ein Keil in die Gesellschaft getrieben, wo keiner ist“, sparte er nicht mit deutlichen Worten in Richtung FPÖ-Mandatare, die dem Text des Dringlichkeitsantrages übrigens nichts hinzufügen wollten. „Das passt schon so“, war alles, was Alexander Binder dazu zu sagen hatte.

„Hygieneprobleme kann ich mir da nicht vorstellen“

Dass Burkinis in St. Valentin ein hygienisches Problem darstellen könnten, bezweifelte man auch in den Reihen der ÖVP.

„Ich habe das gegoogelt. Burkinis werden vom führenden Hersteller von Schwimmbekleidung hergestellt. Hygieneprobleme kann ich mir da nicht vorstellen“, stellte der frühere Leistungsschwimmer Michael Purkarthofer fest.

Vizebürgermeister Ferdinand Bogenreiter (SPÖ) sah in dem Dringlichkeitsantrag „Populismus“ und auch Grün-Gemeinderätin Monika Oberradter befand den Antrag als „sehr ausgrenzend.“

Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt. Nur die FPÖ-Mandatare stimmten dafür.

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