Erstellt am 21. Juni 2016, 05:00

von Sabine Hummer

„Geht um Existenzen der Geschäfte im Ortskern“. Wirtschaftstreibende aus Seitenstetten und St. Peter befürchten, dass durch eine Hofer-Ansiedelung Geschäfte in den Ortskernen massive Einbußen erleiden.

Der Marktplatz von Seitenstetten soll auch in Zukunft ein lebendiger Ort mit Klein- und Mittelbetrieben bleiben, dafür setzen sich die Wirtschaftstreibenden ein und erhalten dabei auch Unterstützung aus St. Peter. V.l.: Seitenstettens Wirtschaftsbundobmann Reinhard Mösl, Ingrid Kaubeck, Otto Zeilinger, Georg Andre, Christiana Röcklinger, Rainer Kühtreiber, St. Peters Wirtschaftsbundobfrau Renate Vogel und Karlheinz Kammerhofer.  |  NOEN, Sabine Hummer

Die Hofermarkt-Kette hat ein Projekt an der Steyrer Straße eingereicht (

). Während die Raumordnungsabteilung des Landes derzeit prüft, ob der Standort die Voraussetzungen für den Bau eines Supermarktes überhaupt erfüllt, herrscht bei den Wirtschaftstreibenden aus Seitenstetten und Umgebung Alarmstufe rot.

Dort, wo Hofer ist, kommen die nächsten, befürchten die Nahversorger. „In der Peripherie würde dann ein zweiter Marktplatz entstehen und das Ortszentrum aussterben“, sagt Georg Andre, Inhaber des Einkaufszentrums SCS Seitenstetten und Sprecher der Nahversorger im Markt.

Durch Diskonter wie Hofer, würden alle Branchen getroffen, das zeigten Erfahrungswerte aus anderen Orten und Städten. „Es ist mit einem Kaufkraftabfluss von zehn bis 15 Prozent zu rechnen. Für lange und mühsam aufgebaute Betriebe wird es sich auf Dauer nicht mehr lohnen, weiterzumachen.

Arbeitsplätze fallen weg und die Immobilienpreise im Zentrum werden fallen, weil keine Mieter für die aufgegebenen Geschäftsflächen zu finden sein werden“, zeichnet Andre ein Worst-Case-Szenario, das anderswo bereits traurige Realität geworden sei.

"Betreiben Bewusstseinsbildung"

Unterstützung erhalten die Wirtschaftstreibenden vom Seitenstettner Wirtschaftsbundobmann Reinhard Mösl: „Es geht gar nicht darum, gegen etwas anzukämpfen. Die Sache soll rechtlich ordentlich geprüft und korrekt abgewickelt werden. Der Grund, warum wir gemeinsam auftreten, ist, dass wir Bewusstseinsbildung betreiben.

Wir müssen schätzen, dass wir in Seitenstetten eine so gute Nahversorgerstruktur haben“, betont Mösl. Wenn diese wegfalle, gäbe es auch für die Vereine, Schulen und Veranstaltungen seitens der Wirtschaft keine Unterstützung mehr, keine Ballspenden, keine Werbetafeln bei Veranstaltungen, et cetera warnt Andre: „Klein- und Mittelbetriebe sind die Seele eines Ortes.“

Auch die Nahversorger der Nachbargemeinden sehen der Entwicklung mit großer Sorge entgegen. „Hier geht es um Existenzen. Auch wir werden den Druck auf längere Zeit nicht überstehen“, ist auch Kauffrau Ingrid Kaubeck aus St. Peter beunruhigt.

Dass ein Diskonter mehr Kaufkraft in die Gemeinden bringt, ist für sie ein Irrglaube. „Die Kunden haben ja deswegen leider nicht mehr Geld im Börserl. Darum ist es nicht egal, wer auf diesem Standort baut.“