Ertl

Erstellt am 17. Oktober 2016, 09:05

von Hermann Knapp

Spatenstich für die Versorgungsleitung. Die Gemeinde Ertl bezieht ihr Wasser künftig aus Waidhofen. Die dafür nötigen Arbeiten sind in der Vorwoche angelaufen.

Spatenstich zur neuen Transportwasserleitung nach Ertl (v.l.): Grundbesitzerin Helga Geiblinger, Johannes Hofmarcher, Bereichsleiter Wasserwerk Markus Hochleitner, Bürgermeister Werner Krammer, Bürgermeister Josef Forster, Firmenchef Alfred Oismüller, Michael Oismüller und Grundbesitzer Leopold Geib  |  NOEN, linger.

In der Vorwoche erfolgte der Spatenstich für den Bau der neuen Transportleitung, in der künftig Wasser aus Waidhofen Richtung Ertl fließen soll. Das war ein wichtiger Schritt, um die Versorgungssicherheit der 1.300 Einwohner Ertls zu gewährleisten. Der heiße Sommer 2015 hatte die Gemeinde ja vor große Probleme gestellt, weil ihr Brunnen nicht mehr ausreichend Wasser lieferte. „Daraufhin haben wir Gespräche mit Waidhofen aufgenommen“, berichtet Bürgermeister Josef Forster.

Die Statutarstadt verfügt über große Wasserreserven und versorgt auch schon andere Gemeinden im Bezirk. Man war sich in relativ kurzer Zeit handelseinig. Mit dem Baubeginn der Transportleitung wird der Deal zwischen Ertl und Waidhofen endgültig besiegelt. „Unser Wasser ist ein großer Schatz, es hat eine hohe Qualität und wir haben das Glück, es ausreichend zur Verfügung zu haben“, sagt Waidhofens Bürgermeister Werner Krammer.

Leitung könnte heuer noch fertig werden

Wenn es die Witterung zulässt, soll die Leitung heuer noch fertiggestellt werden. Spätestens im Frühjahr 2017 wird das Waidhofner Wasser dann aber vermehrt nach Ertl fließen. „Dank dieses Gemeinschaftsprojekts wird es bei uns nie mehr zu Wasserknappheit kommen. Darüber sind wir natürlich sehr froh“, sagt Forster.

Gebaut wird die Transportleitung, obwohl sie auf Waidhofner Gebiet verläuft, von der Gemeinde Ertl. Sie bekommt vom Land aufgrund der Probleme mit der Wasserversorgung eine höhere Förderung.

Etwa 1,3 Kilometer lang ist die Leitung, die die Wasserlieferung aus Waidhofen möglich machen wird. Sie verläuft zwischen Fischerschmied und Wieser Höhe in einer Tiefe von rund eineinhalb Metern. Zusätzlich soll die Speicherkapazität des bestehenden Hochbehälters Schatzöd erweitert werden. Rund 315.000 Euro kostet das Projekt.

Etwa 25.000 Kubikmeter Wasser wird Ertl den Waidhofnern jährlich künftig abnehmen. Bis zu 40.000 Kubikmeter wären theoretisch möglich.

Der Brunnen im Grestner Wald bleibt vorläufig ebenfalls in Betrieb. „Zumindest solange bis größere Investitionen nötig wären. Dann müssen wir uns natürlich überlegen, ob sich das für uns rechnet“, sagt Forster.