Erstellt am 12. Januar 2016, 02:33

von Claudia Stöcklöcker

Gewürgt und Daumen in das Auge gedrückt. Nach Discobesuch rastete 39-Jähriger aus und ließ im Suff Aggressionen freien Lauf. Erinnern kann er sich daran nicht.

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Mit einer Rangelei endete ein Discobesuch in Bergland für einen 39-Jährigen aus St. Valentin und einen Wieselburger (50), beide Männer sitzen nun wegen Körperverletzung im Prozess am Landesgericht St. Pölten auf der Anklagebank.

„Ich habe gar nichts getan“

„Ich kann mich nicht erinnern, sagt der 39-Jährige zum Vorwurf. 1,9 Promille hatte er damals im Blut. Dass er den Mitangeklagten attackiert hat, schließt er aus. „Weil ich nicht gewalttätig bin, so etwas noch nie gemacht habe“, erklärt er vor dem Richter und sagt: „Mich hat einer gehalten, ein anderer getreten.“ Eine Rippenfraktur und Verletzung der Bauchspeicheldrüse erlitt er.

Ob der 50-Jährige ihn verletzt hat? „Ich habe gar nichts getan“, beteuert dieser vehement seine Unschuld und sagt: „Ich habe auf’s Taxi gewartet, da hat er mir von hinten auf den Kopf geschlagen. Ich bin nach vorne gekippt. Er hat sich auf mich draufgekniet, hat mich mit einer Hand gewürgt und mir einen Daumen ins Auge gedrückt. Ich habe gedacht, er bringt mich jetzt um.“

Zeugen bestätigen diese Version. „Und Gäste haben erzählt, dass der 39-Jährige schon davor eine Auseinandersetzung hatte“, erzählt der Securitymann, der dem am Boden Liegenden zur Hilfe geeilt war.
Weil der St. Valentiner bislang unbescholten ist, kommt er mit Diversion davon. Nach Probezeit von zwei Jahren kann das Verfahren eingestellt werden.

Der 50-Jährige wird freigesprochen. „Das Verfahren hat nicht ergeben, dass dieser Angeklagte für Verletzungen verantwortlich ist“, begründet der Richter das rechtskräftige Urteil.