Erstellt am 14. September 2015, 10:16

von Ingrid Vogl

Godamühle wird zum Heim für Flüchtlinge. Private Initiative: Unternehmer Karl Hasenöhrl hat das leerstehende Bauernhaus zu einer Unterkunft für 28 Asylwerber umgestaltet.

Quartiergeber Karl Hasenöhrl (2.v.l.) und Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr mit Sohn Martin (4.v.r.) hießen die Flüchtlinge in der Godamühle in Altenhofen herzlich willkommen. Foto: Fuchs  |  NOEN, Fuchs

„Welcome to Austria“ ist auf zwei Plakaten zu lesen. Sie sind ein Hinweis darauf, dass die Godamühle in Altenhofen nun nicht mehr leersteht. 15 Flüchtlinge haben am vergangenen Donnerstag im ehemaligen Bauernhaus Quartier bezogen, Platz für 13 weitere Asylwerber ist noch vorhanden.

Möglich gemacht hat das der St. Pantaleoner Unternehmer Karl Hasenöhrl. Er hat das Bauernhaus, das er vor eineinhalb Jahren erworben hat, zu einem Wohnheim für 28 Flüchtlinge umgestaltet. Er baute zusätzliche Bäder ein, setzte die Küchen in Gang und errichtete auch einen Gebetsraum. Die Betreuung der Flüchtlinge übernimmt nicht wie vielerorts die Diakonie.

„Wir haben zwar mit der Diakonie verhandelt, aber nach fünf bis sechs Wochen sind wir draufgekommen, dass es besser ist, wenn wir es selbst machen“, erklärt Hasenöhrl. „Wir wollten eine engmaschigere Betreuung als die 14-tägige, die die Diakonie anbietet“, betont auch Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr.

So machte man sich auf die Suche nach Helfern und wurde fündig. Eine Sozialwissenschafterin, ein Syrer mit Asylstatus und ein Bulgare, der seit 25 Jahren in St. Valentin wohnt und zahlreiche Sprachen spricht, wurden von der Firma Hasenöhrl angestellt und sind in der Godamühle vor Ort.

Drei Familien sind die ersten Neuankömmlinge

Dass die Flüchtlinge nicht willkommen sein könnten und es zu Problemen mit der Bevölkerung kommen könnte, glauben Hasenöhrl und Suchan-Mayr nicht.

„Die Anrainer haben berechtigterweise Ängste geäußert, aber nach dem Informationsabend ist die Welle der Hilfsbereitschaft groß. Ich habe ein gutes Gefühl“, sagt die St. Valentiner Bürgermeisterin. „Von den 200 Leuten bei der Informationsveranstaltung waren nur zwei bis drei negativ“, ergänzt Hasenöhrl.

Bei den ersten Neuankömmlingen in der Godamühle handelt es sich jedenfalls um drei Familien: zwei aus Afghanistan und eine aus der Ukraine. Die jüngsten sind mit zwei Jahren die ukrainischen Zwillinge Jasmina und Valdik. Zudem haben vier Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren und vier junge Erwachsene im Alter von 16 bis 20 Jahren gemeinsam mit ihren Eltern ihre neue Unterkunft in St. Valentin bezogen.

Dass nur 15 Flüchtlinge angekommen sind, war für Quartiergeber Karl Hasenöhrl eine Überraschung. „Eigentlich standen 25 auf der Liste. Zehn waren bei der Abfahrt aber nicht zu finden und so ist der Busfahrer nur mit den 15 anwesenden losgefahren“, weiß Hasenöhrl. Ob beziehungsweise wann weitere Flüchtlinge folgen werden und woher sie stammen, darüber ist momentan noch nichts bekannt.