Erstellt am 19. April 2016, 04:44

von Ingrid Vogl

Großprojekt Hochwasserschutz: „Das dauert noch Jahre“. Mindestens 17 Millionen Euro werden in St. Valentin in den Hochwasserschutz investiert. Ein Projekt ist fertig, eines in Bau, eines vor der Umsetzung, weitere sind geplant.

Der für den Hochwasserschutz zuständige Stadtrat Karl Bunzenberger und Parteikollege Andreas Pum (v.l.n.r.) vor dem Areal in Gutenhofen, wo ein riesiges Retentionsbecken mit 430.000 Kubikmetern Volumen entstehen soll. Der Ankauf von sechs Hektar Grund wurde in der letzten Gemeinderatssitzung bereits beschlossen. Foto: Vogl  |  NOEN, Vogl

Nicht nur die Donaugemeinden hatten in den letzten Jahren immer wieder schmerzhaft unter Hochwasser zu leiden. Auch in St. Valentin steht die Notwendigkeit eines Hochwasserschutzes außer Frage.

Hier ist es der Erlabach, der bei Starkregen zu einem reißenden Fluss wird und bei den Hochwässern in den Jahren 2002, 2007 und 2009 Schäden in Milliardenhöhe verursachte. Die Hauptstraße, der Hauptplatz, die Remserstraße sowie die Kreuzrunse entlang des Rohrberges sind dabei immer besonders gefährdet.

Erla-Ertüchtigung verhinderte 2013 Schlimmeres

Die Umsetzung eines umfassendes Hochwasserschutzes für St. Valentin erfolgt in mehreren Bauabschnitten und verschlingt mehr als 17 Millionen Euro. Der Spatenstich für das erste Projekt erfolgte bereits im Jahr 2012. Die Erla-Ertüchtigung im Stadtgebiet ist mittlerweile längst abgeschlossen und bewahrte die Stadt bei einem heftigen Platzregen im Jahr 2013 bereits vor Schlimmerem.

Ein weiteres Projekt ist in Bau, eines steht vor der Umsetzung und weitere sind in Planung. Wann das Riesenprojekt Hochwasserschutz abgeschlossen sein wird, ist aber noch ungewiss.

„Das dauert noch Jahre. Einen genauen Zeitpunkt zu nennen, wäre unseriös. Aber ich möchte ganz St. Valentin in kürzester Zeit schützen“, erklärt der für den Hochwasserschutz zuständige Stadtrat Karl Bunzenberger (ÖVP) den ambitionierten Plan.

Schutzprojekte in jeder Himmelsrichtung

„Es ist angedacht, in jeder Himmelsrichtung ein Hochwasserschutzprojekt zu realisieren“, präzisiert Bunzenberger die Pläne der Stadt. Im Norden wird in Altenhofen gebaut.

Oberhalb des Haglergrabens wird ein Rückhaltebecken mit 6.000 Kubikmetern Volumen und einem Einzugsgebiet von rund 17 Hektar entstehen. Der Baubeginn ist für Herbst 2016 geplant, fertiggestellt sein soll das rund 800.000 Euro teure Projekt Mitte 2017.

Auf die Gemeinde entfällt ein Finanzierungsanteil von 30 Prozent. Gebaut wird dieser Teil des Hochwasserschutzes von der Wildbach- und Lawinenverbauung. Zwei kleinere Becken sind in Altenhofen zusätzlich noch vorgesehen. „Dafür gibt es noch kein konkretes Projekt. Die Grundstücke sind aber alle schon gesichert“, weiß Bunzenberger.

Bereits in Bau ist der Hochwasserschutz im Osten, wo zur Reduktion des Spitzenabflusses an der Kreuzrunse ein Rückhaltebecken am Rohrbergbach mit einem Retentionsvolumen von 8.000 Kubikmetern errichtet wird. Der mit rund 400.000 Euro veranschlagte Bau soll in etwa zwei Monaten fertiggestellt sein. Um die Kreuzrunse zu hundert Prozent zu sichern, sind aber noch drei weitere Maßnahmen notwendig.

Hauptprojekt ist in Gutenhofen geplant

Das Hauptprojekt wird im Süden entstehen. „In Gutenhofen sind 300 Objekte zu sichern“, veranschaulicht Karl Bunzenberger die Dimension dieses Projektes. Der Ankauf von sechs Hektar Grund wurde bereits in der letzten Gemeinderatssitzung beschlossen. Ziel ist es aber, die doppelte Fläche (zehn bis zwölf Hektar) verbauen zu können.

„Wir brauchen ein Volumen von 430.000 Kubikmetern. Bei einer Größe von sechs Hektar müsste das Loch neun Meter tief werden. Da bräuchten wir Pumpwerke, die in der Anschaffung und Wartung sehr teuer sind“, so Bunzenberger.

Bei doppelter Fläche würden rund zweieinhalb Meter Tiefe für das Rückhaltebecken genügen und das Wasser würde ohne Pumpen von selbst auslaufen. „Das würde sich auch schön in die Landschaft einschmiegen. Der Eingriff in die Natur wäre nicht so groß“, präferiert Bunzenberger diese Variante. Mit einem Baubeginn ist hier frühestens in fünf Jahren zu rechnen.

Noch ganz am Beginn steht man mit den Planungen für das Hochwasserschutzprojekt im Westen. Gebaut werden soll hier im Bereich Gollensdorf, Wimm und Kötting.