Haag , St. Pölten

Erstellt am 12. Juli 2016, 03:24

von Alex Erber

Kein Pardon für Räuber. Tschetschenen (19) wurde nun Raubüberfall vor „Böllerbauer“ zum Verhängnis. Er bejubelte außerdem die Paris-Terroranschläge.

 |  APA (Archiv)

Nach den Terroranschlägen in Paris herrschte weltweit Entsetzen. Nicht so bei einem 19-jährigen Tschetschenen, der in St. Pölten lebt: „Paris wird kaputt gemacht! Inschallah! Und bald die ganze Welt!“, jubelte er im sozialen Netzwerk facebook (

).

Aktionsradius des jungen Mannes ist groß

Nun wird ihm am Landesgericht St. Pölten der Prozess gemacht. Warum er solche Zeilen veröffentlicht hat, möchte Richter Markus Grünberger wissen. Antwort: „Weil der IS modern war!“

Das „Gutheißen terroristischer Straftaten“ ist nicht der einzige Anklagepunkt. Der Aktionsradius des jungen Mannes ist groß. Vor der Veranstaltungslocation „Böllerbauer“ in Salaberg in Stadt Haag verübte er mit vier Komplizen einen Raubüberfall.

Das Quartett ist bereits abgeurteilt, der 19-Jährige fehlt noch. Zwei Burschen haben sie damals auf das Areal vor der Location gelockt. Mit einer Gaspistole drohend, forderte man Geld, das das Quintett erhielt.

„Ich war zugedröhnt von den Drogen“

Es machte sich aus dem Staub, wurde wenig später an der Tankstelle im Zuge einer Alarmfahndung geschnappt. Doch der jetzt Angeklagte will nichts mitbekommen haben. Zugedröhnt mit Drogen sei er gewesen. Zwei Exekutivbeamte im Zeugenstand widersprechen: „Bei der Einvernahme waren keinerlei Beeinträchtigungen durch Suchtgift oder Alkohol erkennbar.“

Ähnlich die Vorgangsweise im St. Pöltner Sparkassenpark, wo 50 Euro erbeutet wurden. Da will der Tschetschene gar nicht dabei gewesen sein.

Auch der Brennpunkt Wien-Praterstern ist dem Arbeitslosen nicht unbekannt. Dort soll er abermals gemeinsam mit einer größeren Gruppe auf zwei Burschen losgegangen sein, Hiebe und Fußtritte verpasst haben. Die Opfer können den 19-Jährigen vor Gericht jedoch nicht zweifelsfrei identifizieren, daher legt der Richter diesen Anklagepunkt zu den Akten. Und da wäre noch das Waffenverbot, das gegen den Tschetschenen besteht. Dennoch ließ er sich mit einer Schreckschusspistole ablichten.

Jedenfalls wird eine schlechte Tradition fortgesetzt. 2013, 2014 (jeweils bedingte Haftstrafen) und 2015 (teilbedingte Haftstrafe, 19. September Entlassung, 21. November Raub bei Haag) gastierte der Wiederholungstäter vor Gericht.

Diesmal gibt es kein Pardon: Er wird zu einer unbedingten Haftstrafe im Ausmaß von zweieinhalb Jahren verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig.