Erstellt am 03. Februar 2016, 04:48

von Daniela Rittmannsberger

Sandra Wimmer fährt zur Friseur-EM. Die mehrfache Staatsmeisterin Sandra Wimmer aus Haag vertritt Österreich im Dezember beim Europabewerb in Göteborg.

Mit ihren kreativen Ideen und ihrer Gelassenheit erreichte Sandra Wimmer den ersten Platz bei den EuroSkills. Foto: Ebenhöh  |  NOEN, Ebenhöh
Vor allem das Künstlerische sei es gewesen, erinnert sich Sandra Wimmer, warum sie sich bereits als Lehrling entschloss, beim „Preisfrisieren“ mitzumachen.

Damals ergriff sie selbst die Offensive und meldete sich an. Und das mit Erfolg: Mit 24 Jahren kann die Haagerin bereits auf viele Auszeichnungen zurückblicken.

Der Höhepunkt ihrer bisherigen Teilnahmen war der Sieg bei den EuroSkills, die im November in Salzburg veranstaltet wurden.

Bereits 2010 Platz eins abgeräumt

Für Sandra selbst war das nicht die erste Staatsmeisterschaft, bei der sie einen Erfolg verbuchte: Bereits 2010 erreichte sie mit ihren Haar-Kreationen den ersten Platz.

Es wäre auch ein Ausscheidungsfrisieren für die Teilnahme an der Europameisterschaft vorgesehen gewesen, da der Rest der Finalisten aber ablehnte, wurde der Bewerb abgesagt. „Damals war die Sache mit den Bewerben für mich eigentlich gegessen“, erinnert sich Sandra.

Zu diesem Zeitpunkt konnte die Friseurin aber auch abseits der Bewerbe schon auf ein erfolgreiches Berufsleben blicken. Ihre Lehre als Friseurin absolvierte sie in Steyr.

Nach dem Lehrabschluss startete sie gleich mit der Meisterprüfung, der Unternehmensprüfung und der Lehrlingsausbildung. Und nach einigen beruflichen Stationen fand sie 2012 den Ort, wo sie bleiben wollte: In Ertl wurde ein Friseursalon geschlossen, den Sandra übernahm.

Der Sieg kam für sie selbst überraschend

Durch die Selbstständigkeit, erzählt die junge Frau, sei auch dann keine Zeit mehr gewesen, an Bewerben teilzunehmen. Bis 2015. Da bot sich ihr die letzte Chance, denn zur Teilnahme berechtigt ist man nur bis zum 26. Lebensjahr. Nach Salzburg zu den EuroSkills fuhr Sandra ganz entspannt: „Ich habe mir nichts erhofft, höchstens, dass ich Zweite oder Dritte werde.“ Dass sie letztlich siegte, kam auch für sie überraschend.

Drei Aufgaben mussten die drei Finalisten in eineinhalb Tagen bewältigen; besonders spannend war die Überraschungsarbeit. „Wir haben nur einen Puppenkopf, ein Sackerl und einige wenige Anweisungen bekommen.“ Da war dann vor allem Kreativität gefragt. Und genau das ist es, was der Ertler Friseurin am meisten Spaß macht: der Unterschied zum „normalen“ Geschäft in ihrem Salon „Hairlich“.

Die Lust, anderen kreative und schöne Frisuren zu verpassen, packte sie bereits in der Kindheit: „Ich hab immer die Nachbarn und die Barbies frisiert. Für mich war immer klar: Ich will Friseurin werden.“

Sandra Wimmers nächstes Ziel ist die Europameisterschaft in Göteburg/Schweden im Dezember. Bis dahin wird fleißig mit einem Trainer geübt, um ihren Titel als beste Friseurin Österreichs verteidigen zu können.