Seitenstetten

Erstellt am 31. August 2016, 03:01

von Sabine Hummer

Power für Seitenstetten. Beim Tag der offenen Tür konnte man das neue Biomasse-Heizwerk beim Meierhof besichtigen. Es wurde in diesem Rahmen feierlich eröffnet.

Bei der feierlichen Eröffnung der Fernwärme-Anlage, v.l. Anlagenplaner Martin Ringhofer, Pater Raphael Schörghuber, Pater Stefan Gruber, Pater Leo Heimberger, Altbürgermeister Franz Deinhofer, Anlagenbetreiber Bürgermeister Karl Latschenberger aus Biberbach, Bürgermeister Johann Spreitzer, Vizebürgermeister Franz Tramberger, Planer Gernot Koller sowie vorne Julian Prantner und Paul Latschenberger. Foto: Hummer  |  Sabine Hummer

Bereits seit 30 Jahren betreibt die Familie Latschenberger aus Biberbach im Meierhof des Stiftes ein Fernwärmeheizwerk. „Damals war es quasi unser Zuckerl, mit dem wir schließlich den Zuschlag für die Pacht des 72 Hektar Stiftsgrundes erhalten haben“, erzählte Karl Latschenberger beim Tag der offenen Tür am Samstag, an dem zum Einen das 30-jährige Jubiläum gefeiert und zum Anderen das neue Heizhaus der „Seitenstettner Fernwärme GmbH“ feierlich gesegnet wurde.

Das Stift habe damals rund 200.000 Liter Heizöl pro Jahr verbraucht, und so war die Versorgung mit Biomasse ein verlockendes Angebot. 1986 ging das Fernwärmeheizwerk in Betrieb, mit dem Stift als Hauptabnehmer.

Schon im Dezember wurde zum ersten Mal eingeheizt

Aufgrund neuer Auflagen, die im denkmalgeschützten Meierhof nicht umsetzbar gewesen wären, und einer Kesselanlage, die mittlerweile zu klein geworden war, wurden in den letzten Jahren Überlegungen laut, ein neues Heizwerk außerhalb des Meierhofes zu errichten. „Um die Förderungen zu lukrieren mussten wir aber 800 Kilowattstunden (kWh) neue Anschlussleistung erbringen“, schilderte Latschenberger die schließlich erfolgreichen Bemühungen, so viele Kunden wie möglich ins Boot zu holen.

Neben zahlreichen Bürgern unterzeichnete auch die Gemeinde Seitenstetten einen Abnahmevertrag und so stand dem Neubau nichts im Wege. Ein rund 2.000 Quadratmeter großes Areal wurde dafür seitens der Betreiber vom Stift angekauft. Im September 2015 war Baustart, bereits im Dezember wurde zum ersten Mal eingeheizt. Neben der Volksschule schließt die Neue Mittelschule an, auch das Vereinszentrum, Gemeindehaus und Kindergarten werden mit erneuerbarer Energie der „Seitenstettner Fernwärme GmbH“ beliefert.

„Danke für den Mut, so ein Projekt anzugehen und die Ressourcen vor Ort zu nutzen. Das bedeutet mehr Kraft und Power für Seitenstetten aus erneuerbarer Energie“, meinte Bürgermeister Johann Spreitzer in seinen Grußworten.

Pater Stefan Gruber segnete das Biomasse-Heizwerk.

Die Anlage

Ein 2.000 kW-Kessel und ein 500 kW-Kessel sind im Betrieb, eine Elektrofilteranlage filtert den Feinstaub, ein 100.000 Liter umfassender Pufferspeicher wurde zur Effizienzsteigerung eingebaut. Das Gesamtleitungsnetz hat eine Länge von 5,5 Kilometern.