Erstellt am 01. April 2016, 05:34

von Hermann Knapp

Holzbirnen mit Charme. Wenn Johann Ebner seine Motorsäge anwirft, dann ist wieder „Birnenzeit“. Vor etwa zwei Jahren hat er sein Talent entdeckt, Holzklötze in Holzfrüchte zu verwandeln.

Johann Ebner und Mostprinzessin Juliana Ebner mit einigen der hölzernen Birnen, die der Weistracher hobbymäßig anfertigt. Ob als Schnapsständer oder einfacher Ziergegenstand - Charme haben sie allesamt. Foto: Knapp  |  NOEN, Knapp
Sein liebstes Hobby ist unüberhörbar: Denn um diesem zu frönen, startet Johann Ebner entweder die Motorsäge oder aber die Schleifmaschine. Laut sind beide.

Aber Ebner macht beileibe nicht viel Lärm um nichts. Denn was er produziert, kann sich sehen lassen: Birnen in verschiedenen Größen, aus verschiednen Holzarten und in verschiedenen Ausformungen.

Ebners Birnen können sich sehen lassen

„Ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich auf die Idee gekommen bin, Birnen zu machen“, sagt der gelernte Tischler. „Ich hatte beim Kloiber ein schönes Stück Holz liegen, um das mir einfach leid war. Also habe ich die Motorsäge genommen und versucht es in Birnenform zu bringen“. Dazu sei er übrigens in den Wald gegangen, weil er sich ja nicht blamieren wollte.

Diese Sorge war allerdings unbegründet, denn Ebners Birnen können sich sehen lassen. Er versteht es ausgezeichnet, die Struktur des Holzes zur Geltung zu bringen. Sie sind nicht völlig ebenmäßig geformt, sondern jede sieht ein wenig anders aus – wie auch die Birnen auf einem Baum.

Das macht auch ihren besonderen Charme aus. Ebner fertigt verschiedene „Modelle“ an. Da gibt es zum Beispiel eine Birne, die als Halter für Schnapsflaschen dient und auf einer anderen kann man bequem einen Mostkrug platzieren.

Seit knapp zwei Jahren frönt der Weistracher seiner Leidenschaft und sobald er die Motorsäge startet, weiß seine Familie, dass jetzt wieder „Birnenzeit“ ist.

Most und Birnen sind allgegenwärtig

Aber seine Frau und seine Kinder haben Verständnis dafür, ist doch Sohn Thomas Sprengelleiter der Landjugend und Tochter Juliana wurde im Vorjahr zur Mostprinzessin gekürt. Der Most und die Birnen sind im Hause Ebner also allgegenwärtig.

Rund 18 Stunden reine Arbeitszeit (je nach Größe) braucht es, um eine hölzerne Birne in die richtige Form zu bringen und ihr den nötigen Schliff zu geben. Aber für Ebner ist die Arbeit an seinen Birnen Entspannung und er holt sich dabei die Gelassenheit, die er für seinen Brotberuf benötigt. Denn als Fahrschullehrer – als solcher ist er schon seit 19 Jahren tätig – braucht man natürlich auch gute Nerven. Der Stängel und die Blätter der Birnen sind übrigens aus Nirosta und Aluminium gefertigt.

Bürgermeister Erwin Pittersberger, der Ebner erst kürzlich einen Besuch abstattete, freut sich über seine kreativen Gemeindebürger: „Es ist erstaunlich, wie viel künstlerisches Potenzial in den Leuten steckt. Ebners Hobby beweist aber auch einmal mehr, dass der Mostkultur in Weistrach ein besonderer Stellenwert zukommt.“