Erstellt am 23. Februar 2016, 04:49

von Ingrid Vogl

Hürden werden beseitigt. Im Zuge des Umbaus der ÖBB-Haltestelle werden zwei Lifte installiert. Der Zugang zu den Bahnsteigen ist dann ab Juni barrierefrei möglich. Baubeginn war am Montag.

Im Juni wird auch der zweite Bahnsteig der Haager ÖBB-Haltestelle in neuem Glanz erstrahlen. Beide Bahnsteige werden dann nach Einbau von Liften auch barrierefrei erreichbar sein. Foto: Vogl  |  NOEN, Ingrid Vogl

Barrierefreie Bushaltestellen und Niederflurbusse gibt es in Haag bereits seit dem Vorjahr. Benützer der Eisenbahn mussten aber weiterhin Stiegen steigen, um zu ihrem öffentlichen Verkehrsmittel zu gelangen. Damit ist nun bald Schluss.

„Wenn die Bahnsteige schon neu gemacht
werden, dann sollen sie auch gleich
barrierefrei gemacht werden.“
Bürgermeister Lukas Michlmayr

„Ab Juni wird auch die ÖBB-Haltestelle barrierefrei erreichbar sein. Das war ein großer Wunsch der Gemeinde“, verrät Bürgermeister Lukas Michlmayr. Die Vorarbeiten für den Umbau der Haltestelle starteten am Montag.

Um den Bürgern in Zukunft einen komfortablen Zugang zu den Bahnsteigen bieten zu können, muss die Gemeinde aber selbst tief in die Tasche greifen und 50.000 Euro beisteuern. Das war Grundvoraussetzung dafür, dass die ÖBB beim Umbau der Haltestelle auch zwei Lifte einbaut, für deren laufende Kosten ebenfalls die Gemeinde aufkommen muss.

„Die ÖBB ist gesetzlich nicht verpflichtet, alle Bahnhöfe barrierefrei zu machen, wenn nicht genügend Einstiege verzeichnet werden. Bei uns war das der Fall. Es war uns aber ein großes Anliegen, dass die Bahnsteige, wenn sie schon neu gemacht werden, auch gleich barrierefrei gemacht werden“, erklärt Michlmayr den Grund, warum die ÖBB die Kosten für das Projekt nicht zur Gänze übernimmt.

Im selben Zug auch Umstellung der Bus-Route?

Auch wenn der erste Bahnsteig bereits seit einiger Zeit in neuem Glanz erstrahlt, muss beim Einbau der Lifte auch hier noch einmal Hand angelegt werden. Ein Schildbürgerstreich, wie Lukas Michlmayr zugibt. „Dafür ist aber nicht die Gemeinde verantwortlich. Gebaut wird von der ÖBB“, baut der Bürgermeister gleich einmal möglichen kritischen Stimmen aus der Bevölkerung vor.

Geht es nach der Gemeinde, dann soll dem Umbau der Haltestelle auch gleich eine Umstellung der Route des überregionalen Busverkehrs folgen.

„Unser Ziel ist es, dass bei der Fahrplanumstellung im Dezember der überregionale Busverkehr an den ÖBB-Fahrplan angedockt wird. Das hätte den großen Vorteil, dass der überregionale Busverkehr zum Beispiel beim Tierpark stehen bleibt“, erhofft sich Michlmayr dadurch einen touristischen Zusatznutzen.

Außerdem hätten Bahnbenützer dann die Möglichkeit, mit dem Bus in die umliegenden Gemeinden weiterzufahren, was bisher aufgrund der fehlenden Anbindung nicht möglich war.

Erste Vorgespräche wurden diesbezüglich bereits geführt. Sollte der Wunsch Realität werden, dann müsste bei der ÖBB-Haltestelle eine neue Bushaltestelle geschaffen werden. „Der Bus muss ja eine Schleife fahren und deshalb brauchen wir einen Wendeplatz. Dafür müsste der Vorplatz vor dem Bahnhof umgestaltet werden“, führt Michlmayr aus.

Durch diese Umgestaltung würde man bei der Park & Ride-Anlage einige Parkplätze verlieren. Problem sollte das keines darstellen, denn das alte ÖBB-Haus wird abgerissen und auf diesem Grund könnten Parkplätze entstehen, so Michlmayr zu den Plänen.


Infos:

Aufgrund der Umbauarbeiten bei der ÖBB-Haltestelle wird der geschotterte Gemeindeweg (Zugang Ederhöhe zur Haltestelle) von 22. Februar bis voraussichtlich Mitte Juni gesperrt sein. Weiters wird ab Mitte März die obere Parkfläche der Park & Ride-Anlage bei der Haltestelle gesperrt sein.

Die Umbauarbeiten haben auch zahlreiche Auswirkungen auf die Bahnreisenden:

  • Von 15. März bis 3. April halten alle Personenzüge auf dem verkürzten Bahnsteig 1.
  • Von 4. April bis 1. Mai gibt es einen Schienenersatzverkehr. Weitere Details dazu gibt es zeitgerecht im Aushang bei der Haltestelle.
  • Von 2. Mai bis 27. Mai halten alle Personenzüge auf dem verkürzten Bahnsteig 1.