Haag

Erstellt am 04. April 2017, 05:59

von Sabine Hummer

170 Helfer bei „größtem Brand seit Jahrzehnten“. Brennendes Fotopapier setzte Wohnhaus in Brand. 170 Blaulichtkräfte waren im Einsatz. Bewohner wurden evakuiert und in Ersatzwohnungen untergebracht.

Der größte Brand der letzten Jahrzehnte hat im Stadtgebiet seine Spuren hinterlassen, ist aber glimpflicher ausgegangen als befürchtet, auch wenn die Höhe des Schadens noch nicht bezifferbar ist. „Für’s Erste ist alles gut gegangen“, ist auch Bürgermeister Lukas Michlmayr erleichtert.

Neun Wohnungen sind bis auf Weiteres unbewohnbar und die Feuerwehren müssen ihr Einsatzequipment wieder nachrüsten.

„Wir hatten starken Verschleiß bei Schläuchen, Stiefeln und Jacken. Auch ein Atemschutzgerät ist defekt. Das ist aber nur ein materieller Schaden und wir sind erleichtert, dass niemand von den Bewohnern und auch keiner der vielen Einsatzkräfte bei diesem gefährlichen Einsatz ernsthaft verletzt wurde“, betont Andreas Zöchlinger. Der Kommandant der Haager Stadtfeuerwehr zeichnete für die Einsatzleitung in den Vormittagsstunden des 28. März verantwortlich. Beim NÖN-Lokalaugenschein lässt er den Einsatz Revue passieren:

33 Atemschutztrupps an vorderster Front

Um 8.38 Uhr wurden die drei Haager Feuerwehren – Stadt Haag, Haindorf und Pinnersdorf – zu einem Brand der Stufe 2 (B2) in einer Wohnhausanlage alarmiert. „Wir sind um 8.42 Uhr eingetroffen, da stand die mittlere Loggia im obersten Geschoß bereits in Vollbrand, vom Dachstuhl hat es stark herausgeraucht. Das war für uns ein Zeichen, da geht es um mehr“, erzählt Zöchlinger.

Sofort wurden alle Bewohner evakuiert und zwei Katzen von den Atemschutztruppen gerettet. Die Warnstufe wurde auf B3 erhöht und damit die Feuerwehren Haidershofen, Strengberg, Vestenthal und St. Valentin inklusive Hubrettungsgerät als Verstärkung angefordert.

Später, als auch die Fassade zu brennen begann und aus dem Kellerschacht Flammen schlugen, wurde die höchste Brandstufe ausgerufen und die Feuerwehren Brunnhof, Ernsthofen und Amstetten mit dem zweiten Hubrettungsgerät alarmiert.

Insgesamt wurden 33 Atemschutztrupps eingesetzt. Im Haager Feuerwehrhaus war der Atemluftkompressor stationiert, mittels Pendelverkehr wurden die aufgefüllten Sauerstoffflaschen zum Einsatzort gebracht. Die Bewohner wurden inzwischen vom Roten Kreuz und dem Kriseninterventionsteam im Bauhof der Stadtgemeinde versorgt und betreut.

Bürgermeister kümmerte sich um Notquartiere

Um 12.25 Uhr konnte Brandaus gegeben werden. Nachlöscharbeiten und Brandwache dauerten bis in die frühen Mittwochmorgenstunden an.

„Der Einsatz ist sehr positiv verlaufen. Durch den schnellen Innen- und Außenangriff konnten wir vermeiden, dass die Wohnungen ausbrennen und die Flammen auf das mittlere Wohngebäude übergreifen. Für die große Brandlast ist auch der Wasserschaden gering“, betont Zöchlinger und bedankt sich bei allen Kameraden der zehn Wehren.

Während die Blaulichtkräfte gegen die Flammen kämpften, kümmerte sich Bürgermeister Lukas Michlmayr um Notquartiere. Binnen kürzester Zeit hatte er sechs Ersatzwohnungen organisiert, die anderen Bewohner kamen bei ihren Familien unter.

Neun der 27 Wohnungen können auf längere Zeit nicht bewohnt werden. Statiker werden in den nächsten Tagen feststellen, wie hoch der Schaden tatsächlich ist.

Mittlerweile steht auch die Brandursache fest. Laut Ermittlungen der Polizei wurde der Großbrand durch brennendes Fotopapier ausgelöst. Mehr dazu lest Ihr in Eurer aktuellen NÖN-Ausgabe sowie im ePaper!