St. Valentin

Erstellt am 27. April 2017, 04:48

von Karl Fuchs

Pfarre Langenhart feiert 60. Geburtstag. Die Pfarre Langenhart wurde vor 60 Jahren gegründet. Als Auftaktveranstaltung gab es ein Konzert in der Pfarrkirche.

Sprecher des stellvertretenden Pfarrkirchenrates, Josef Mayrhofer, mit Gattin Rosemarie bei der Geschenkübergabe anlässlich des 50-jährigen Priesterjubiläums von Erich Dangl.  |  Fuchs

Die Jubiläumsauftaktveranstaltung zum 60-jährigen Jubiläum der Pfarre Langenhart fand am Samstag, 8. April, in der Pfarrkirche Langenhart mit einem Konzert des Blasorchesters St. Valentin Steyr Traktoren statt.

Beherzte Männer aus Langenhart hatten vor 60 Jahren eine Idee, – die in die Zeit des Nationalsozialismus zurückreicht – in die Tat umgesetzt. Bei dieser Idee handelt es sich um die Gründung der Pfarre Langenhart und den Bau der Kirche.

Aus der Sicht der geografischen Lage St. Valentins und der Bevölkerungsdichte der Katastralgemeinde Thurnsdorf mit den Ortsteilen Langenhart und Herzograd zu der Zeit machte diese Idee durchaus Sinn: St. Valentin war und ist heute noch durch die Westbahn in zwei Hälften geteilt und es gab an der so genannten Marchandkreuzung nur einen einzigen schienengleichen beschrankten Bahn übergang, um nach Lan genhart und Herzograd gelangen zu können. D

as Problem daran war, dass dieser Schranken am Tag von 24 Stunden insgesamt 12 Stunden geschlossen blieb. Durch den Baubeginn und die Inbetriebnahme der Westbahnunterführung wurde am 23. Dezember 1975 der schienengleiche Bahnübergang aufgelassen. Langenhart und Herzograd waren in den 40er-Jahren mit dem Bau des Nibelungenwerkes 1939 (größte Panzerfabrik) ein bevorzugtes Baugebiet. Der damalige Dechant Leopold Höfinger kannte den Wunsch der Bevölkerung in Langenhart, eine eigene Kirche bauen zu wollen.

Schranke war nur 12 Stunden am Tag offen

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde am 27. Dezember 1952 ein Kirchenbauverein gegründet. Obmann war Wagnermeister Johann Stockinger, seine Stellvertreter Franz Spannbauer und Josef Dorn. Karl Buchberger, Alois Fischer, Josef Gabriel und Johann Oberndorfer gehörten ebenfalls zum Vereinsvorstand. Die Diözese St. Pölten erwarb den Kirchenplatz vom Bäckermeisterehepaar Karl und Leopold Kleestorfer, diese beauftragten den Architekten Josef Friedl mit den Planungsarbeiten. Am 1. August 1954 war Baubeginn, am 30. Mai 1955 die Grundsteinlegung der Kirche.

Am 29. September 1957 der Weihetag der Kirche Langenhart zur Heiligen Maria von der immerwährenden Hilfe. Mit 1. Oktober 1957 wurde die Pfarre Langenhart errichtet. Die Pfarreinweihung führte Diözesanbischof Memelauer durch. Bis September 1960 war Alois Fröhlich als Pfarrer tätig. Ab 1960 übernahm Geistlicher Rat Erich Dangl die Pfarre und war 47 Jahre im Dienste dieser Kirche. Am 1. August 2008 verstarb der Langzeitpfarrer.

Bei der Ausstattung der Kirche in den 50er-Jahren hatten sich namhafte Persönlichkeiten aus Langenhart eingesetzt. Johann Stockinger war in vielen Belangen einer der treibenden Kräfte. Als ein Seitenaltar noch gefehlt hatte, wurde Johann Stockinger wieder fündig. Er gewann einen britischen Lord als Stifter der Herz-Jesu-Statue, die im Jahr 1962 in Langenhart eintraf.

Nach der Pensionierung von Pfarrer Erich Dangl im Jahr 2007 gab es mit der Pfarrerneubesetzung einige Jahre Probleme. Erst im Jahr 2013 kam schließlich mit Pfarrer Herbert Reisinger die Wende. Langenhart bekam seinen Wunschpfarrer.