Erstellt am 08. März 2016, 04:04

von Hermann Knapp

Jugendpreis nach Antrag erneut vertagt. SP-PS und Grüne wollen Jugendliche vor den Vorhang holen. ÖVP übt Kritik an diesem Konzept. Die Diskussion darüber dauert schon ein Jahr.

Grünmandatar Josef Pfaffenbichler ärgerte sich über die neuerliche Vertagung des Themas.  |  NOEN, Knapp
Für heiße Diskussionen sorgte im Gemeinderat ein Dringlichkeitsantrag. Die SP-PS (SPÖ-Pro Seitenstetten) forderte, unterstützt von den Grünen, die Einführung eines Jugendpreises.

„Es geht darum, Jugendliche im Alter von zehn bis 18 Jahren für hervorragende Leistungen vor den Vorhang zu holen – ähnlich wie das bei der Sportgala mit Sportlern passiert“ erklärte Alois Schlager im Gemeinderat.

Schlager und Grüne wiesen Vorwurf zurück

Vergeben werden sollen die Auszeichnungen auf Antrag und nach Prüfung durch eine Jury. Zum Thema gemacht haben SP-PS und Grüne den Jugendpreis im Gemeinderat deswegen, weil die ÖVP den Vorschlag im Jugend- und Generationenausschuss abgelehnt hatte.

Für VP-Gemeinderat Leopold Krondorfer gab es dafür auch einen guten Grund. „Denn das Konzept, das da vorgelegt wurde, war eindeutig eine SPÖ-Geschichte und die Gemeinde hätte dafür bezahlen sollen.“ Die Idee sei einfach noch zu wenig ausgegoren.

Diesen Vorwurf wiesen sowohl Schlager als auch die Grünen entschieden zurück. „Es gab vier Sitzungen, da hätten die ÖVP-Mitglieder doch fähig sein sollen, die Abänderungen, die sie gerne hätten, bekannt zu geben“, erklärte Josef Pfaffenbichler. Und Schlager betonte, dass es ja auch Änderungen gegeben habe, die an der Ablehnung der VP aber nichts geändert hätten.

„Gemeinsam Nägel mit Köpfen machen“

VP-Vizebürgermeister Franz Tramberger stellte die Grundsatzfrage, ob man einen derartigen Jugendpreis in der Gemeinde wirklich brauche. „Mir selbst fällt auf Anhieb kein Jugendlicher ein, der so eine hervorragende Leistung erbracht hat.“

Bürgermeister Johann Spreitzer betonte, dass die ÖVP nicht grundsätzlich gegen einen Jugendpreis sei. „Wir wollten aber auch abwarten, wie die neu eingeführte Sportgala ankommt und wie es damit weitergeht. Wir sollten im Ausschuss das Konzept unter Einbindung der Jugendgemeinderäte noch einmal diskutieren und auch überarbeiten. Es sollte uns gemeinsam gelingen, Nägel mit Köpfen zu machen und dann könnten wir 2017 die ersten Preise vergeben.“

Schlager blieb skeptisch. „Wir haben es in einem Jahr nicht geschafft, was soll anders werden? Es gibt genug Gemeinden, die einen Jugendpreis vergeben, ich finde es schade, dass es in Seitenstetten nicht möglich ist.“

Mit Stimmen der ÖVP wurde der Antrag in den Ausschuss zurückverwiesen.

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