Erstellt am 12. Januar 2016, 05:23

von Hermann Knapp

Käferbefall: Bäume müssen weg. Behörde genehmigt Schlägerungen im größeren Ausmaß. Fichtenbestände sind betroffen.

Käferbefallene Bäume in der Forstheide müssen gefällt werden. Die Stadtpolitik bittet die Bevölkerung um Verständnis (v.l.n.r.): Ortsvorsteher Anton Ebner, Ortsvorsteher Egon Brandl, Umweltgemeinderat Bernhard Wagner und Umweltstadtrat Gerhard Haag. Foto: privat  |  NOEN, privat
Forstheidebesitzer Matthias Hatschek hat noch vor Weihnachten bei der Bezirkshauptmannschaft um eine Bewilligung von umfangreichen Schlägerungsmaßnahmen in der Forstheide angesucht und auch die Stadt Amstetten darüber informiert.

Ziel: Ausbreitung der Schädlinge verhindern

„Es geht dabei vor allem um Fichtenbestände, die im Vorjahr aufrund der außergewöhnlichen Trockenheit vom Borkenkäfer befallen wurden. Um eine Ausbreitung der Schädlinge im kommenden Frühjahr zu verhindern, müssen die betroffenen Bäume leider gefällt werden“, berichtet Umweltstadtrat Gerhard Haag.

Amstetten hat ja bekanntlich mit Hatschek einen Vertrag über die Nutzung der Forstheide geschlossen. Darin wird ihm eingeräumt, dass er jährlich bis zu 300 Erntefestmeter Holz entnehmen darf. Aus Forstschutzgründen werden es diesmal aber eben deutlich mehr sein und es wird sich auch um stärkere Bäume handeln.

„Einige betroffene Bereiche nördlich der Ybbs sind ohnehin kleiner als 0,5 Hektar und daher nicht bewilligungspflichtig. Bei Waldheim ist aber eine jüngere Fichtenmonokultur extrem vom Borkenkäfer befallen und da bleibt, so sagen die Forstexperten, kein Ausweg, als den Bestand im Ausmaß von etwa 1,3 Hektar zu fällen“, berichtet Haag.

Auch Harvester dürfen eingesetzt werden

Hatschek wird für diese Arbeiten von der Behörde auch die Verwendung von größeren Harvestern eingeräumt, weil die Zeit drängt und die Bäume bis Ende Februar gefällt sein müssen. Im Zuge der Schlägerungen ist entlang des Radweges neben der Bahn auch die Errichtung von zwei Holzlagerplätzen mit je etwa 400 bis 500 Quadratmetern geplant. Da sie nicht befestigt werden, benötigt Hatschek dafür keine Genehmigung.

Bezirksforstinspektor Friedrich Hinterleitner hat die betroffenen Flächen selbst besichtigt und festgestellt, dass die Arbeiten aus fachlicher Sicht tatsächlich erforderlich sind. Nur durch die Fällung der Bäume lasse sich eine Ausbreitung der Käfer verhindern.

Haag schließt nicht aus, dass kurzfristig auch manche Gehwege in der Forstheide gesperrt werden müssen. Glücklich über die Schlägerungsmaßnahmen ist natürlich auch er nicht, bittet die Bevölkerung aber um Verständnis. „Mir tut es im Herz um jeden Baum leid, der gefällt werden muss. Wir haben schon Probleme genug mit unseren Eschenbeständen, die vom Pilz befallen sind, jetzt kommen auch noch die Fichten dazu.“