Erstellt am 14. September 2015, 10:14

von Ingrid Vogl

Wie sich die Zeiten ändern. Ingrid Vogl über die Welle der Hilfsbereitschaft für die Flüchtlinge.

Es ist kein halbes Jahr her, da gingen in St. Pantaleon-Erla die Wogen hoch. Die Nachricht, dass neun Asylwerber in der Gemeinde untergebracht werden sollen, veranlasste einige Bürger dazu, eine Unterschriftenaktion gegen die Aufnahme der Flüchtlinge zu starten. Bei der Begründung, warum man sie nicht im Ort haben will, wurde kein Vorurteil ausgelassen.

Dass es nun gerade ein Unternehmer aus St. Pantaleon ist, der 28 Flüchtlingen in St. Valentin ein privates Quartier bietet, mag Zufall sein. Symbolcharakter hat es aber trotzdem, denn die Zeiten haben sich geändert. Auch im Mostviertel.

Aus der anfänglichen Skepsis und Angst vor den Fremden ist mittlerweile Mitleid geworden. Dass ein Lastwagen mit 71 Toten notwendig war, um die Menschen wach zu rütteln und zum Umdenken zu bringen, ist zwar traurig, aber dass nun immer mehr helfen wollen, spricht trotzdem für die Menschen in diesem Land. Sie haben (spät, aber doch) erkannt, dass die Flüchtlinge in Europa nicht ein Leben im Luxus suchen, sondern „nur“ ein Leben in Sicherheit.