Erstellt am 03. November 2015, 04:17

von Ingrid Vogl

Kritik am Stadtmarketing. „Liste für Haag“ verweigerte die Zustimmung zum Kostenbeitrag für den Haager Stadtmarketing-Verein. Die Summe von 18.000 Euro sei für die geleistete Arbeit zu hoch.

Geld  |  NOEN, Erwin Wodicka

 / Seit Jahren wird der Stadtmarketing-Verein „Wir Haager“ von der Gemeinde unterstützt. Mit 18.000 Euro war der Kostenbeitrag, der bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag auf der Tagesordnung stand, genauso hoch wie jener im Vorjahr. Damals wurde er einstimmig beschlossen, heuer legte sich die „Liste für Haag“ quer.

Adventdorf, Musischer Advent und Weihnachtsgewinnspiel seien übers ganze Jahr gesehen zu wenig Arbeit für eine Summe in dieser Höhe, stellte Gemeinderat Walter Deuschl fest und erntete für seine Wortmeldung heftige Proteste seitens der SPÖ und ÖVP. Auch durch Vorlesen des Tätigkeitsbereichs des Stadtmarketing-Vereins waren die sechs Mandatare nicht umzustimmen. Der Kostenbeitrag wurde letztendlich mit fünf Gegenstimmen und einer Stimmenthaltung beschlossen.

Heuer über 17.000 Besucher

Warum das Stadtmarketing heuer erstmals derart ins Kreuzfeuer der Kritik geriet, können Bürgermeister Lukas Michlmayr und Vereinsobmann Gerhard Stubauer nicht nachvollziehen. „Das ist ein Verein, auf den wir sehr stolz sein können“, meint Michlmayr. „Ich habe keine Erklärung dafür“, rätselt Stubauer. „Vermutlich ist den Leuten einfach viel zu wenig klar, was der Verein alles macht. Viele Dinge, die es bereits lange gibt, werden offenbar als selbstverständlich hingenommen“, sucht Gerhard Stubauer nach einem Erklärungsansatz.

Neben den Events in der (Vor-)Weihnachtszeit kümmert sich der Verein auch um die Einkaufsgutscheine, die ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der Kaufkraft in Haag sind. Außerdem hat man das Willkommensprojekt für alle Neuzuzügler ins Leben gerufen und ist vor allem Eigentümer des Theatersommers. „Heuer hatten wir über 17.000 Besucher. Das bringt der Wirtschaft einiges. Die Beherberger waren ausgebucht und auch die Gastronomie hat profitiert“, unterstreicht Stubauer die Bedeutung des Stadtmarketing-Vereins.

Was den Obmann besonders ärgert, ist die Art und Weise, wie die „Liste für Haag“ ihren Unmut vorbrachte. „Wenn jemand mit unserer Arbeit unzufrieden ist, dann soll er den Mut aufbringen und es mir mitten ins Gesicht sagen. Und nicht den Verein im Gemeinderat zerfetzen, wo sich niemand wehren kann.“ Jeder, der sich einbringen möchte, sei schließlich herzlich eingeladen mitzuarbeiten, ergänzt Stubauer.