Erstellt am 10. November 2015, 05:22

von Hermann Knapp

Landesklinikum Mauer: Pavillon 19 wird geschlossen. Remobilisation wird ins Landesklinikum Scheibbs verlegt. Dort und in Melk werden dafür operative Betten reduziert.

Der Pavillon 19 beinhaltet die Abteilung Remobilisation und Nachsorge mit 20 Betten. Da er stark sanierungsbedürftig ist, wird diese nun in das Landesklinikum Scheibbs verlegt. Foto: Wolfgang Kapf  |  NOEN, Wolfgang Kapf
Aufregung und Verunsicherung herrscht derzeit in der Belegschaft der Landeskliniken Mauer, Melk und Scheibbs. Grund dafür sind geplante Umstrukturierungen.

So werden 20 operative Betten (Bereich Chirurgie, Gynäkologie, Orthopädie) am Landesklinikum Scheibbs und 30 am Landesklinikum Melk abgezogen. Im Landesklinikum Mauer wird der Pavillon 19 geschlossen. Die Remobilisation und Nachsorge (RNS) mit 24 Betten wandert nach Scheibbs.

Dort ergibt sich rein bettenmäßig gesehen somit annäherdn ein Nullsummenspiel. Die Beschäftigten in Melk und Scheibbs wurden in der Vorwoche bei Betriebsversammlungen über die geplanten Schritte informiert, in Mauer findet diesen Dienstag um 11 Uhr eine Informationsveranstaltung für die Belegschaft statt. Schlagend werden sollen die Umstrukturierungsmaßnahmen Ende 2016.

Kündigungen sind in keiner Anstalt geplant

Vonseiten der Holding wird ausdrücklich betont, dass es zu keinen Kündigungen kommen wird. Das betroffene Personal werde entweder eine andere Beschäftigung am Standort oder an anderen Landeskliniken bekommen.

„Es ist aufgrund der demografischen Entwicklung der Gesellschaft ja notwendig, in anderen Bereichen zusätzliche Kapazitäten aufzubauen – auch im Bereich der psychischen Erkrankungen, wie beispielsweise Burn-Out müssen weitere Vorkehrungen getroffen werden. Daher werden alle Mitarbeiter bestimmt auch weiterhin benötigt“, versichert Regionalmanager Andreas Krauter.

Auch für die Patienten sollen die Umstrukturierungen nicht spürbar werden. „Es handelt sich dabei um eine rein innerorganisatorische Maßnahme, die keinerlei Auswirkungen auf die Versorgung der Patientinnen und Patienten hat, weil genug Kapazitäten vorhanden sind“, betont der Regionalmanager.

Verkürzte Verweildauer nach OPs als Hauptgrund

Hauptgrund für die Reduzierung der operativen Betten sei der medizinische Fortschritt, der eine massive Verkürzung der Verweildauer nach Operationen mit sich gebracht habe.

„Viele Operationen werden heute mit minimalen Schnitten vorgenommen und die Genesungsprozesse in den Kliniken wurden optimiert. Dadurch erholen sich die Patienten schneller und sind auch rascher wieder bei der Familie zu Hause“, so Krauter. Die logische Folge davon sei die Reduzierung der operativen Betten.

Die Verschiebung der Remobilisation von Mauer nach Scheibbs garantiere, dass diese Patienten in modernster stationärer Struktur mit geeigneten therapeutischen Einrichtungen betreut werden könnten. Zudem werde durch die dort schon bestehende Physiotherapie das Behandlungsspektrum sogar vergrößert.

Vereinfacht hat die Entscheidung zur Übersiedlung der Abteilung nach Scheibbs der bauliche Zustand des Pavillons 19. Dieser hat starken Sanierungsbedarf und das Land hätte da in nächster Zeit eine beträchtliche Summe Geld in die Hand nehmen müssen.

Betriebsrat: „Natürlich schmeckt mir die Sache nicht“

Der Betriebsratsvorsitzende des Landesklinikums Mauer, Wolfgang Schoder, weiß zwar von der geplanten Verlegung der Abteilung, die offizielle Infoveranstaltung für die Mitarbeiter findet aber erst diesen Dienstag, 10. November, 11 Uhr, statt. „Natürlich schmeckt mir die Sache als Betriebsrat nicht. Es sind da immerhin 23 bis 24 Leute (auch Teilzeitbeschäftigte, Anm. d. Red.) betroffen. Für sie müssen wir eine Lösung finden. Und es geht letztlich auch um die Sicherheit des Standortes. Denn wenn eine Abteilung weggegeben wird, ist das natürlich kein gutes Zeichen.“

Schoder will nun die offiziellen Gespräche abwarten. Da die Verlegung erst mit Ende 2016 geplant ist, ergibt sich natürlich noch ein zeitlicher Spielraum. „Wir werden uns bemühen, für jeden Betroffenen die beste Lösung zu finden.“

Auch in Melk und Scheibbs sind die Betriebsräte natürlich von den Veränderungen wenig angetan. Zur Reduzierung von Betten wird es aber auch noch in anderen Kliniken des Landes kommen. Insgesamt sollen 115 abgebaut werden.