Erstellt am 22. Dezember 2015, 04:43

von Hermann Knapp

Lückenschluss beim Zugverkehr geschafft. Arbeiten im Bahnhof Amstetten Ostkopf sind abgeschlossen. Zugverkehr läuft viergleisig durch die Mostviertelmetropole. Bahnsteige wurden verlängert und auch überdacht.

Franz Hujber (Projektleiter ÖBB-Infrastruktur AG), Leopold Teufel (ÖBB-Infrastruktur AG), Bürgermeisterin Ursula Puchebner und Andreas Gaith (ÖBB-Infrastruktur AG). Fotos: ÖBB  |  NOEN, ÖBB
Es ist ein Meilenstein für den Zugverkehr: Mit dem Abschluss der Arbeiten am Bahnhof Amstetten Ostkopf ist nun endgültig die Viergleisigkeit zwischen Ybbs und Amstetten hergestellt und damit eine Lücke auf der Weststrecke geschlossen.

„Kunden künftig auch vor Witterung geschützt“

Die Maßnahmen am Amstettner Bahnhof waren umfangreich: „Wir haben die Gleisanlagen erneuert und für einen reibungslosen Ablauf im Personenverkehr die Bahnsteige 2/3 und 4/5 verlängert. Neue Beschilderungen, eine automatische Zugzielanzeige und ein taktiles Leitsystem bieten den Reisenden künftig beste Orientierung. Durch die Überdachung und eine Wartekoje am verlängerten Bahnsteig sind unsere Kunden künftig auch vor der Witterung geschützt“, sagt ÖBB-Projektleiter Franz Hujber.

Auch Bürgermeisterin Ursula Puchebner freut sich, über den Lückenschluss. „Denn dieser wirkt sich positiv auf die Bedeutung Amstettens als Verkehrsknotenpunkt aus. Die Zusammenarbeit mit der ÖBB-Infrastruktur-AG hat bestens funktioniert“, lobt die Stadtchefin.

Von der Ortschaft Hart weg wurden nördlich zwei Gleise zu den beiden schon bestehenden Schienensträngen dazugelegt. Das bedingte auch einen Umbau der Weichenkonfiguration im Osten des Bahnhofes und die Neugestaltung von bestehenden Infrastrukturanlagen.

Kapazität erhöht, Fahrzeit wird sich noch verkürzen

Für die ÖBB bringt der vollendete Umbau des Bahnhofs Amstetten Ostkopf wesentliche Vorteile. „Die Westbahnstrecke ist nun vom Knoten Rohr bis Linz/Kleinmünchen viergleisig. Dadurch wird die Kapazität erhöht und es können höhere Geschwindigkeiten gefahren werden, was die Fahrzeiten im Personenverkehr verkürzt“, berichtet ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif.

In Amstetten musste bedingt durch die Anbindung von vier Gleisen der Weststrecke an die Bahnsteige auch die gesamte Weichenkonfiguration im Osten des Bahnhofes umgebaut werden. Zusätzlich werden noch ausreichende Gleislängen für die Bildung von Güterzügen geschaffen (Fertigstellung 2017).

Damit Amstetten auch künftig seiner Rolle als Knotenbahnhof gerecht werden kann, wurde bei der Konzeption der neuen Gleise und Weichen dafür gesorgt, dass gleichzeitig Zug- und Verschubfahrten durchgeführt werden können. Die kommerziellen Anlagen (Verladegleise) wurden auf die Südseite der Bahn konzentriert. Die Stadt hat in die Ertüchtigung von Brücken und Radwegen immerhin rund drei Millionen Euro investiert.

Teilbereiche des Umbaus:

Meilensteine beim Umbau:

  • Dezember 2009: Einreichung zum eisenbahnrechtlichen Verfahren

  • Juni 2010: UVP und eisenbahnrechtlicher Baugenehmigungsbescheid

  • Oktober 2011: Baubeginn

  • August 2012: Eröffnung neue Mügu-Brücke

  • September 2012: Eröffnung Reichsbrücke

  • Dezember 2015: Fertigstellung der Viergleisigkeit

  • 2017: Gesamtfertigstellung

Folgende Infrastrukturanlagen waren Teil des Projekts:

  • Neuerrichtung der Straßenbrücke L6059 (Wiener Straße / „Reichsbrücke“) über die Weststrecke und Abbruch des Bestandes

  • Neuerrichtung der Straßenunterführung Lewingstraße und Abbruch des Bestandes

  • Neuerrichtung der Straßenbrücke Jacob-Mayer-Straße („MüGu-Brücke“) über die Weststrecke und Abbruch des Bestandes

  • Neue Straßenanbindung der MüGu-Brücke an die L6018

  • Umlegung des Preinsbaches im Querungsbereich mit der Weststrecke und Herstellung eines neuen Durchlassbauwerkes unter der Bahntrasse und den Begleitstraßen

  • Neuerrichtung eines Durchlassbauwerkes für den Preinsbacher Graben und Durchführung unter der Bahntrasse und den Begleitstraßen

Das Vorhaben umfasste weiters das neugestaltete bahnbegleitende Wegenetz, Lärmschutzwände neben den Gleisen und objektseitige Lärmschutzmaßnahmen, Entwässerungsmaßnahmen für die Bahntrasse (in Form von Drainagen, Kanälen sowie Rückhalte- und Versickerungsbecken) sowie ökologische Ausgleichsmaßnahmen.
Die Investitionen für das Projekt „Umbau Bahnhof Amstetten Ostkopf“ belaufen sich auf 128,3 Mio. Euro.