Erstellt am 05. November 2015, 05:37

von Leopold Kogler

Mahnmal für NS-Opfer. Bildhauer Manfred Brandstätter gestaltete ein Mahnmal im Bahnhofspark. Es ist schlicht in den Formen und offen für viele Assoziationen.

Bildhauer Manfred Brandstätter vor seinem Mahnmal, das im St. Valentiner Bahnhofspark aufgestellt wurde.  |  NOEN, Foto: Kogler
Der Ort ist unübersehbar zentral, auch wenn er nicht sofort einsehbar ist. Wer in den Bahnhofspark eintritt, muss an diesem Mahnmal vorbei, das für Frieden, Freiheit und Menschenrechte steht.
Bisher war dort ein neutraler Ort. Seit letzter Woche hat er eine besondere Bedeutung erfahren. Zwei unübersehbar große Betonstelen, dazwischen Stacheldraht, davor ein Kiesfeld und eine geknechtete Figur aus Cortenstahl. Dieses Mahnmal eröffnet ein weites Assoziationsfeld: zeitgenössische Kunst, essentielle Formen und Erinnerungsarbeit.

Es war eine kluge Handlung, die Idee des heimischen Künstlers Manfred Brandstätter, Jahrgang 1945, umzusetzen und ihn mit der künstlerischen Akzentuierung dieses Bereichs zu beauftragen, der jetzt zu Kommunikation anregt.

In der Vorbereitung hat sich Brandstätter intensiv mit den historischen Vorgängen beschäftigt. Eine Zeile aus der am Standort angebrachten Tafel soll gedankliche Unterstützung geben. „Menschenrechte wurden mit Füßen getreten und NS-Opfer geknechtet. Über grob behauene Pflastersteine mussten die Häftlinge zum Nibelungenwerk marschieren und dort unter härtesten Bedingungen Zwangsarbeit verrichten.

Betonsäulen und Stacheldraht versperrten ihnen den Weg in die Freiheit und nahmen ihnen ihre Würde“. Aber: „Ich illustriere nichts“, sagt Manfred Brandstätter. Vielmehr beschreibt er seine Arbeit als zielgerichtete Erinnerungsarbeit.
Man wird hier wohl öfter stehen bleiben, schauen und dann darüber ins Nachdenken kommen.