Erstellt am 03. März 2016, 00:34

von Daniela Führer

Mangelware Wohnraum: Diakonie findet kaum Wohnungen. Die Diakonie möchte asylberechtigten Flüchtlingen Wohnungen vermitteln - findet jedoch kaum Unterkünfte.

Am Montag der Vorwoche fand der erste Deutschkurs in den Räumen des IBZ der Diakonie statt. Ein gelungener Start, berichten IBZ NÖ West-Einrichtungsleiterin Eva Surma, Mitarbeiterin Rafaela Rosenberger und Deutschkurs-Leiterin Sabine Zechmeister (v.l.).  |  NOEN, Schlemmer

Vor drei Monaten öffnete das Integrations- und Bildungszentrum (IBZ) NÖ West der Diakonie sein Büro in Amstetten. Mittlerweile werden dort schon 100 Asylberechtigte aus den Bezirken Amstetten, Waidhofen und Scheibbs betreut. Das Angebot umfasst Integrationsberatung, Vermittlung von Wohnungen bis hin zu Deutschkursen.

Der Bereich, der den IBZ-Mitarbeitern momentan aber große Sorgen bereitet, betrifft die Vermittlung von Wohnungen. „Es funktioniert prinzipiell so: Sobald die Flüchtlinge ihren positiven Asylbescheid erhalten, können sie noch drei Monate in der Grundversorgerunterkunft bleiben. In dieser Zeit unterstützen wir sie bei der Wohnungssuche“, erklärt IBZ NÖ West-Leiterin Eva Surma. Dabei hat die Diakonie die Möglichkeit, selbst Wohnungen anzumieten und diese über Nutzungsverträge an ihre Klienten zu vergeben.

"Vermieter wollen sich die Leute selbst aussuchen"

Soweit die Theorie. In der Praxis ergibt sich folgendes Grundproblem: „In Amstetten sind die Wohnungen sehr teuer, doch die Leute möchten gern zentrumsnah in der Stadt wohnen“, weiß Eva Surma. Und selbst wenn adäquater, leistbarer Wohnraum zur Verfügung stünde, ergebe sich oft ein weiteres Hindernis: „Die Vermieter wollen sich die Leute, die in ihre Wohnungen ziehen, selbst aussuchen und sie vorher kennenlernen“, erklärt die IBZ-Leiterin.

Wofür sie ja prinzipiell Verständnis habe: „Aber das ist aus zeitlichen Gründen nicht möglich, denn wir haben auch Druck, die Wohnungen rasch zu vermieten, um nicht für leere Objekte zu bezahlen.“ Potenziellen Vermietern möchte sie daher ihre Angst nehmen: „Wir haben wirklich total nette Familien und Paare, die sich hier eine Existenz aufbauen möchten! Die Menschen sind nicht so, wie Vermieter oft befürchten.“

Alle Sprachkurse sind bereits ausgebucht

Gesucht werden aktuell Single- und Paarwohnungen, aber auch Wohnungen für bis zu siebenköpfige Familien. Wer an die Diakonie vermietet, habe zudem kein Risiko eines Mietausfalls, hebt Eva Surma hervor.

Am Montag der Vorwoche startete auch der erste von insgesamt sechs Deutschkursen der Diakonie in Kooperation mit dem AMS im IBZ Amstetten. Alle ersten Kurse sind schon ausgebucht. „Diese finden immer von Montag bis Donnerstag vormittags statt und sind aktuell für das Sprachniveau B1 ausgerichtet. Man kann sich aber jederzeit für alle Sprachniveaus anmelden“, erklärt Surma.

Montags, dienstags und donnerstags hat das IBZ-Büro von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Dabei sind alle willkommen: „Jeder kann vorbeischauen und sich zum Beispiel ein Bild über unsere Arbeit machen oder mit den Leuten sprechen, Berührungsängste abbauen – oder auch gerne etwas vorbeibringen! Spielsachen für Kinder könnten wir zum Beispiel brauchen!“


IBZ NÖ West

Adresse: Wagmeisterstraße 5,

3300 Amstetten

0664/88 70 59 65

E-Mail: ibz-noewest@diakonie.at