Erstellt am 09. Februar 2016, 03:53

von Manfred Fritscher

Maturantinnen-Trio untersuchte Wirtesterben. Drei HAK-Schülerinnen erkundeten mit Fragebögen die möglichen Gründe für das Wirtesterben. Am vergangenen Freitag wurde das Projekt öffentlich präsentiert.

Professionelle Arbeit haben Sonja Pambalk-Blumauer, Christin Reitbauer und Michaela Zeillinger (v.l.n.r.) mit ihrem Maturaprojekt abgeliefert. Die drei HAK-Schülerinnen widmeten sich dem Thema Wirtesterben und machten sich mittels Fragebögen auf die Suche nach den Gründen dafür. Am Freitag präsentierten sie die Ergebnisse. Foto: Fritscher  |  NOEN, Fritscher

Mit viel Elan und angehender Professionalität haben Sonja Pambalk-Blumauer aus Strengberg, Christin Reitbauer aus Haag und Michaela Zeillinger aus Amstetten das Thema „Wirtesterben“ zu ihrem Maturaprojekt an der Handelsakademie Amstetten gemacht.

Nicht in grauer Theorie, sondern am „lebenden“ Objekt sind sie der Sache auf den Grund gegangen. Denn Sonjas Eltern betreiben in x-ter Generation das traditionsreiche Gasthaus „Zum Schwarzen Rössl“ in Strengberg.

Hausherr referierte über die Entwicklung

Nicht zufällig fand am vergangenen Freitag die öffentliche Präsentation des Projekts dort statt. Und von den 250 Sitzplätzen war kaum einer frei – so groß war das Interesse.

Angeführt von Bürgermeister Roland Dietl mit Gattin Anni war die Society des Ortes, Projektbetreuer Bernhard Wurzer und Professorenkollegen von der HAK Amstetten gekommen sowie natürlich Angehörige und Freunde der Projektantinnen, die daumendrückend dabei waren.

Zum Auftakt referierte Hausherr Andreas Pambalk-Blumauer, unterstützt von eindrucksvollen Bildern, über die Entwicklung und die zahlreichen Umbauten des Hauses in den letzten 25 Jahren. Allein in dieser Zeit haben im Ort vier eingesessene Wirtshäuser zugesperrt, das gemeindeeigene Jugend- und Kulturzentrum hat in dieser Zeit sechs Pächter gesehen.

Einige Anregungen wurden bereits umgesetzt

Akribisch listeten die drei Maturantinnen einige Ursachen für das anhaltende Wirtesterben auf: So machen gegenwärtig die Allergenverordnung und das Rauchergesetz wie auch die Forderung nach Barrierefreiheit und Registrierkassen manchem älteren Wirt das Zusperren leicht.

Die zunehmende Zahl vereinseigener Lokale, die – auch familienintern – abnehmende Bereitschaft zu Betriebsübernahmen und geringer werdende Gewinnspannen tragen dazu bei, dass die Wirtschaftskammer in nächster Zeit mit der Schließung von 20 Prozent der bestehenden Wirtshäuser rechnet.

Gemeinsam haben Sonja, Christin und Michaela mit ausgeklügelten Fragebögen die Wünsche der Gäste erforscht und in aussagekräftigen Grafiken dargestellt. Einige der Anregungen wurden schon im laufenden Betrieb umgesetzt. So wurden am selben Tag die Spielecke und der Wickelraum in Betrieb genommen, ein ansprechendes Logo, durchgestyltes Corporate Design und eine informative Homepage wurden von Profis entwickelt.