Erstellt am 11. April 2017, 03:02

von Ingrid Vogl

Mit 77 km/h ins Ziel. Beim Europacup in Portugal erzielte Christian Kromoser enorme Höchstgeschwindigkeiten und Top-Platzierungen.

Start frei für den ersten Europacup. Mit der Bahn in Lagos kam Christian Kromoser (404) sehr gut zurecht. Die Ergebnisse stimmten ihn sehr zuversichtlich für die nächsten Rennen.  |  NOEN, Diccon Scrivens

Das Urlaubsparadies Lagos an der Algarve war Schauplatz des ersten Europacups der Inlinespeedskater. Dass er bei den Bewerben am Start stehen wird, war für den Waidhofner Christian Kromoser bei seiner Ankunft in Portugal am vergangenen Dienstag noch fraglich. Der Muskelansatz beim Steißbein bereitete dem Mostviertler enorme Probleme. „Ich konnte kaum gehen. Eigentlich hab ich mir gedacht, ich mache Urlaub“, hatte Kromoser wenig Hoffnung auf einen Renneinsatz.

Die Behandlung bei einem portugiesischen Physio wirkte jedoch Wunder. „Am Freitag hatte ich keine Schmerzen mehr. Er hat mich gerettet“, war Kromoser erleichtert. Und die Rennen verliefen dann allesamt sehr positiv. Über 1.000 Meter rutschte Kromoser als letzter Skater noch ins Halbfinale der besten 16. Letztendlich belegte er über diese Distanz Rang 12. Beim Punkterennen über 5.000 Meter ließ der Medizinstudent einen 14. Platz folgen.

Bei der Punkte-Elimination über zehn Kilometer war Kromoser dann vom Pech verfolgt. „Ich wäre schon fast gelegen und bin fast in der Bande geklebt“, meisterte er eine brenzlige Situation erfolgreich. Ungerecht behandelt fühlte er sich dann bei seiner Elimination. „Ein Franzose hat mich zurückgezogen, aber die Schiedsrichter haben das nicht geahndet. Da war ich schon angefressen, weil es wäre schon mehr drinnen gewesen als Platz 15“, betonte Kromoser.

Das Highlight des Rennwochenendes war dann am Sonntag der verlängerte Halbmarathon über 25 Kilometer. Drei Runden zu je 8,4 Kilometern waren auf einer sehr hügeligen Strecke, die Anfang Juli auch die EM-Strecke sein wird, zurückzulegen. Ungewohnt, aber besonders attraktiv war der Bergab-Zielsprint, bei dem die Athleten einen Topspeed von 77 Stundenkilometern erreichten. Nachdem er in der zweiten Runde kurz den Anschluss an die Spitzengruppe verloren hatte, setzte Christian Kromoser alles auf eine Karte und kämpfte sich mit seinen allerletzten Kräften noch einmal heran. Im Sprint sicherte er sich dann Rang neun.