Erstellt am 22. März 2016, 02:34

von Claudia Stöcklöcker

Mit Gaspistole bei Party geraubt. Drogen zu verkaufen, täuschten Tschetschenen vor und raubten Burschen Bares. Bei dem Coup zückte 16-Jähriger eine Pistole.

 |  NOEN, Erwin Wodicka/wodicka@aon.at

„Ich wurde angesprochen, ob ich Drogen kaufen will. Plötzlich hat einer eine Waffe herausgeholt und sie mir an die Stirn gehalten“, erzählt ein Amstettner im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

„,Gib Geld her!’, hab’ ich gesagt“

Opfer eines Raubes wurde der Bursche im November 2015. Unter dem Vorwand, Suchtmittel zu verkaufen, lockten ihn und seinen Freund fünf Tschetschenen (16 bis 21 Jahre), aus einem Lokal in Haag und raubten Bares und Handys. „,Gib Geld her!’, hab’ ich gesagt und mit der Gaspistole gezielt“, gesteht der Jüngste der Angeklagten aus St. Pölten. 45 Euro erbeuteten sie bei diesem Coup.

Geständig sind nicht alle Angeklagten. „Wir wollten nur zur Drogenparty und chillen“, sagt einer. Von der kriminellen Aktion will er nichts mitbekommen haben: „Ich bin im Kofferraum gesessen, habe Musik gehört.“

Ein anderer meint: „Ich erinnere mich nicht, weil ich Ecstasy und LSD genommen habe.“

„Keine Unrechtseinsichtigkeit“

Wenig Positives berichten Sozialarbeiter über die Tschetschenen. „Keine Unrechtseinsichtigkeit, kann sich nicht mit geltenden Werten der Gesellschaft identifizieren“, sagt einer.

Vier der Burschen werden schuldig gesprochen. Wegen schweren Raubes setzt es für den vorbestraften 21-Jährigen zwei Jahre gesiebte Luft. Zwei der Angeklagten fassen teilbedingte Strafe aus, mit einer Bewährungsstrafe kommt der Jüngste davon. Der Fünfte muss noch auf ein Urteil warten, ihm wird zusätzlich auch ein Raub in St. Pölten zur Last gelegt. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.