Erstellt am 14. Dezember 2015, 08:34

von Daniela Rittmannsberger

Musical in Seitenstetten: "Was würde Jesus tun?". Jugendhaus Schacherhof bringt "Jesus Christ Superstar" in der Jetztzeit auf die Bühne: Im Mittelpunkt stehen die Flüchtlingskrise und übermäßiger Konsum.

Das Inhaltsteam rund um Hausleiterin Christina Burghofer (3.v.l.) trifft sich regelmäßig, um die Inszenierung des Musicals „Jesus Christ Superstar“ zu besprechen.  |  NOEN, Daniela Rittmannsberger

Die Besetzung der Hauptrollen sei bisher noch bei keiner Produktion ein Thema gewesen, erzählt Christina Burghofer. Heuer wurde dafür allerdings extra ein Casting veranstaltet. Aus gutem Grund, denn im Musical „Jesus Christ Superstar“, das das Schacherhof-Team im März auf die Bühne bringen wird, gibt es gleich elf männliche Hauptrollen. Überhaupt wird die Aufführung in der Mostviertelhalle in Haag dieses Mal ganz anders: „Die bisherigen Chorkonzerte waren ganz eigene Geschichten, wir waren komplett frei. Dieses Mal ist es ein Klassiker, die Story und die Lieder sind vorgegeben.“

Im Kopf herum gespukt hat „Jesus Christ“ den kreativen Köpfen schon längere Zeit, aber es war schwierig, die Rechte zu bekommen.

Bereits seit Juni trifft sich das Inhaltsteam regelmäßig, um vor allem die Inszenierung des Musicals zu besprechen. Denn da gibt es – im Vergleich zur Musik – jede Menge Spielraum. „Das Musical wird bei uns in der Gegenwart spielen, mit Themen wie der Flüchtlingskrise oder übermäßigem Konsum. Themen, die uns heutzutage beschäftigen – und mit denen sich auch Jugendliche identifizieren können“, sagt Burghofer.

So wird Jesus seine letzten sieben Tage in moderner Kleidung gemeinsam mit Punks in einem Vorort einer Stadt verbringen. Etliche Szenen, wie etwa die Vertreibung der Händler aus dem Tempel, werden neu interpretiert: Der Tempel wird in der Inszenierung des Schacherhofes die Welt darstellen, die durch Themen wie Hunger, Krieg und Umweltverschmutzungen zerstört wird. Dabei werden passende Fotos auf einer Leinwand eingeblendet werden, um die Szene zu unterstützen.

Was würde Jesus in der Jetztzeit tun?

„Jesus startete ja auch so eine Art Revolution. Wir haben uns überlegt: Wogegen würden wir uns auflehnen, womit können wir uns heute identifizieren?“ erklärt Burghofer. Denn eines will das Jugendhaus bei all seinen Konzerten: Durch die gesellschaftskritischen und vor allem alltäglichen Themen sollen sich die Leute ertappt fühlen und künftig selbst an der Nase nehmen wollen. „Es ist spannend, sich zu überlegen: Was würde Jesus in der Jetztzeit tun? Wie würde er zum Beispiel auf das Flüchtlingsthema reagieren?“, führt die Schacherhof-Leiterin weiter aus. Die Mitwirkenden teilen sich in mehreren Gruppen auf: Das Inhaltsteam feilt zurzeit am Feinschlief der Inszenierung, das Musikteam kümmert sich um die musikalische Umsetzung. „Das Kreativteam überlegt jetzt schon, wer sich die Haare färben muss“, schmunzelt Burghofer.

Gesucht werden noch immer Jugendliche im Alter zwischen 14 bis 30 Jahren, die entweder als Sänger, Tänzer oder im Bühnenteam mit dabei sein wollen. Geprobt wird dann ab 10. Jänner im Jugendhaus. „Für den Schacherhof ist das Musical ein Auftritt in der Öffentlichkeit, um zu zeigen: Es tut sich etwas bei uns“, erklärt Burghofer.

„Jesus Christ Superstar“ geht am 18., 19. Und 20. März in der Mostviertelhalle in Haag über die Bühne, Karten sind bereits jetzt auf der Homepage ( www.schacherhof.at ) zu erwerben. Eigentlich ein ideales Weihnachtsgeschenk.