Erstellt am 28. November 2015, 04:43

von Wolfgang Zarl

Nikoläuse üben schon. Reinhard Gruber und Erwin Zeitlhofer stehen in den Startlöchern. Doch einen Heiligen darzustellen, will gelernt sein.

Nikolaus-Lehrerin Karin Funiak, Erwin Zeitlhofer aus Aschbach, der Weistracher Josef Muhr und Reinhard Gruber St. Peter. Foto: Zarl  |  NOEN, Wolfgang Zarl

Seit vielen Jahren bereitet der Weistracher Diakon Josef Muhr die Nikolaus-Darsteller für die Katholische Männerbewegung auf ihren Einsatz vor. Wichtig ist ihm, die Kinder in die Mitte zu stellen. Es gehe um Anerkennung und Zuwendung. „Die Botschaft des Heiligen soll Positives fördern und ein positives Gottesbild hervorheben“, sagt Muhr.

„Von welcher Agentur kommst Du denn?“

Neben pädagogischen Hinweisen und einer Präsentation des Lebens des Heiligen gab es für die Nikoläuse auch konkrete Tipps: „Wie schaffe ich es als Darsteller, wenn die ganze Familie bei meinem Besuch zusammenkommt – der Papa aber lieber Fußball im Fernsehen schaut?“ Aufgeweckte Kinder, so Muhr, würden auch schon mal fragen: „Von welcher Agentur kommst Du denn?“

Ein viel diskutiertes Thema bei der Schulung war, ob man bei Hausbesuchen den Krampus mitnehmen soll. Muhr rät eher ab, da der Krampus vom Nikolaus ablenkt und Angst macht. Auch das Thema Weihnachtsmann wurde angesprochen. Muhrs Position dazu ist glasklar: Dieser habe nichts mit dem Nikolaus zu tun und lehre keine Werte.

Vor seinem ersten Einsatz als Nikolaus steht Reinhard Gruber (32) aus St. Peter in der Au. Für ihn sind kirchliche Feste und Traditionen sehr wichtig, und um sie aufrecht zu erhalten, brauche es Menschen, die mithelfen. „Der Heilige Nikolaus macht den Kleinen große Freude und ist ein wichtiges Vorbild für Nächstenliebe“, sagt Gruber. Leuchtende Kinderaugen sind ihm Lohn genug für sein Engagement.

Schönstes Nikolausfest, weil Strom ausfiel

Schon seit vielen Jahren pilgert Erwin Zeitlhofer als Nikolaus in Aschbach und Krenstetten von Haus zu Haus. Der 52-jährige technische Angestellte will den Kindern Sicherheit geben und vom Guten und Schönen erzählen. Heuer hat er schon viele Anfragen von Familien bekommen. Unterwegs ist er für den Dorferneuerungsverein. Die Nikolaus-Schulung besuchte er, um sich neue Ideen zu holen.

Das schönste Nikolausfest, an das sich Zeitlhofer erinnern kann, ist ein paar Jahre her. „Da war wegen eines Unwetters am 6. Dezember Stromausfall. Überall wurden Kerzen entzündet und wo ich hinkam, saß niemand vor dem Fernseher oder dem Computer. Die Stimmung war an diesem Abend in vielen Familien sehr besinnlich und gut. Das habe ich auch als Nikolaus genossen.“