Erstellt am 28. September 2015, 09:52

von Sabine Hummer

Pfarrhof wird zum Flüchtlingsquartier. Hilfsinitiative gestartet: Bürger wollen Flüchtlingen, die in den nächsten Tagen erwartet werden, ein neues Zuhause geben.

Die erste große Teambesprechung der Intitiative »Willkommen Mensch in Haidershofen« fand im frisch renovierten Pfarrhof statt, der bald Flüchtlingsfamilien ein neues Zuhause sein soll. Andrea Reitbauer, Michaela Reitbauer, Roland Mühlberger, Vizebürgermeister Rudolf Graf, Pfarrer Norbert Kokott, Harald Schweinschwaller, Bürgermeister Manfred Schimpl, Initiatorin Karin Ortner, Michaela Kitzmüller, Petra Kreundl, Sonja List und Regina Schweinschwaller (v.l.n.r.) wollen helfen. Foto: privat  |  NOEN, privat

Im Sommer entstand in Haidershofen die Idee, eine Plattform über alle Parteigrenzen hinweg zu gründen, um Flüchtlingsfamilien bei ihrer Integration in Haidershofen zu unterstützen.

Parallel dazu war die Gemeinde bereits mit der Pfarre Vestenthal im Gespräch, um den leer stehenden Pfarrhof für Asylwerber zu öffnen. Nun ist alles unter Dach und Fach. Die Asylwerber können kommen.

Freiwilligen- und Helferplattform neu gegründet

Die ehemalige Pfarrer-Wohnung wurde der Diözese bereits Anfang August angeboten. Das Angebot wurde geprüft und für geeignet erklärt. „Wir warten nun täglich auf die Nachricht, welche Familien wir demnächst beherbergen dürfen“, sagt Bürgermeister Manfred Schimpl.

Nun ist die neu gegründete Freiwilligen- und Helferplattform „Willkommen Mensch in Haidershofen“ auch auf Facebook online und findet immer mehr Zuspruch.

„Schön, dass auch Haidershofen eine neue Heimat für Menschen wird, schön, dass sich aktive, soziale Menschen zusammentun und was auf die Beine stellen“, lautet ein Posting.



Doch die Haidershofner wollen den Flüchtlingen nicht nur ein Dach über dem Kopf bieten, sondern auch auf ihrem neuen Lebensweg ein Stück begleiten und eine Stütze bei der Integration sein.

„Wir können nicht mehr wegschauen und wollen bestmöglich helfen, mit dem Ziel, dass man uns nach einer gewissen Zeit nicht mehr braucht“, sagt Willkommen-Mensch-Initiatorin Karin Ortner.

Bis zu zwei Familien finden im Pfarrhof Platz

Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung ist enorm, und das, obwohl es noch gar keinen offiziellen Start der Initiative gegeben hat. So haben bereits viele Freiwillige mitgeholfen, den Pfarrhof, in dem vier Schlafräume vorhanden sind und bis zu zwei Familien untergebracht werden können, auf Vordermann zu bringen und mit den unzähligen Möbelspenden wohnlich einzurichten.

Aber auch sonst haben sich schon viele bereit erklärt, Zeit und Talente bei der Begleitung der Flüchtlinge einzubringen. „Jede Stunde zählt“, ist Karin Ortner überzeugt und freut sich über jeden, der das Team verstärkt. „Alle Bürger sind dazu eingeladen, denn es geht nicht darum, ob wir jemanden aufnehmen, sondern wie“, sind Karin Ortner und ihre Mitstreiter überzeugt.

Am Donnerstag wird zur Infoveranstaltung ins Gasthaus Braml geladen, wo über die aktuelle Lage und die weitere Vorgehensweise diskutiert wird. Gastreferenten werden zu ihren Erfahrungen mit Flüchtlingen Stellung nehmen.