Erstellt am 18. März 2016, 05:44

von Daniela Rittmannsberger

Schacherhof-Muscial: „Wollen Publikum begeistern“. Interview | Die NÖN sprach mit Chorleiterin Michaela Wolf und Tanztrainer Tim-Christian Büscher über die Arbeit mit 80 Jugendlichen für das Musical „Jesus Christ“.

Tim-Christian Büscher hat seine Tänzer durchaus gefordert. Fotos: Daniela Rittmannsberger  |  NOEN, Daniela Rittmannsberger

NÖN: Die Premiere des Musicals „Jesus Christ Superstar“ steht kurz bevor. Ihr seid dafür verantwortlich, dass Gesang und Tanz auf der Bühne reibungslos funktionieren. Wie geht es euch kurz vor der Premiere?
Tim-Christian Büscher: Es ist einfach schön, wenn man sieht, wie alles, was man sich im Kopf vorgestellt hat, auf der Bühne wirkt und wie weit man die Jugendlichen gebracht hat. Es ist ideal, dass wir die Produktion nur an einem Spielort aufführen – es wird sehr spektakulär.
Michaela Wolf: Die Musik und die Sänger arbeiten miteinander und die Tänzer und Schauspieler arbeiten miteinander. Wenn dann alle Zahnräder ineinander laufen, ist das einfach schön. Bei den bisherigen Schacherhof-Produktionen war das Ensemble kleiner, aber wir wollten so viele Jugendliche wie möglich mit einbinden. Deshalb gibt es auch heuer den Chor, der szenisch nur minimal eingebunden ist.

NÖN: Insgesamt 80 Jugendliche im Alter von 14 bis Mitte 30 sind dabei. Welche Herausforderungen ergeben sich da?
Wolf: Natürlich sind einige zum ersten Mal bei einem Musikprojekt dabei, dafür bringen andere aber auch schon Erfahrung mit. Das gleicht sich aus. Musikalisch war es schon eine ziemliche Herausforderung, weil der Chor immer nur einzelne Einwürfe singt, die tonal auch sehr schwierig sind. Spannend war vor allem auch, dass drei Mal soviele Damen wie Herren im Chor singen. Wir haben die Stücke häppchenweise erarbeitet. Die Solisten selbst bereiten sich im Gesangsunterricht vor und singen immer wieder bei den Proben mit. Das Zusammenspiel ist sehr spannend.
Büscher: Ich habe bisher Kindermusicals und Musicals mit Animateuren inszeniert. Die Produktionen mit den Kindern habe ich eher leicht gehalten, die Musicals mit den erfahrenen Sängern anspruchsvoller. Bei „Jesus Christ“ war das jetzt eine komplette Mischung. Ich habe am Anfang auch nicht gewusst, wie viele Tänzer ich wirklich bekomme und welche Erfahrung sie mitbringen. Zusammen mit dem Drehbuch-Team habe ich mir dann überlegt, welche Stücke im Musical wir noch tänzerisch untermalen wollen. Als ich die Tänzer – insgesamt 13 – das erste Mal da hatte, habe ich in den ersten Proben aber schon gesehen, die kann man durchaus belasten (lacht).

NÖN: Ihr habt beide eine professionelle Ausbildung?
Büscher: Ich bin gelernter Dance for Fans Instruktor, Hipp-Hop Instruktor und Asisstenz-Tanzlehrer. Ich habe nach den Ausbildungen weiter unterrichtet im Hipp-Hop-Bereich, habe bei Weltmeisterschaften mitgetanzt und Choreographien entwickelt. Ich bin dann irgendwann davon abgewichen und habe gemerkt, dass man damit nicht genug Geld verdienen kann. Ich habe dann noch eine kaufmännische Ausbildung gemacht, aber nebenbei immer irgendetwas Tänzerisches auf die Beine gestellt. 2011 bin ich für Animationen und Musicalinszenierungen in Hotels dann von Deutschland nach Österreich gekommen.
Wolf: Ich komme aus einer sehr musikalischen Familie, Musik hatte immer einen großen Stellenwert in meinem Leben. Ich habe in Salzburg Musik auf Lehramt studiert und war auch bei den Salzburger Festspielen dabei. Nach dem Studium bin ich nach Linz gekommen und unterrichte jetzt an der Bakip Musik. Ich habe dann neben dem Unterrichten noch Chorleitung studiert. Beim Schacherhof bin ich dabei, seit ich 14 bin. Mit 17 habe ich dann den Chor mit geleitet und bin bis heute als Chorleiterin dabei.

NÖN: Worauf legt ihr in der Vorbereitung auf das Musical besonders Wert?
Wolf: Die größte Herausforderung des Chores war es, dass die Sänger sich die Töne selbst suchen müssen. Die Töne sind teilweise im Raum vorhanden, aber ich kann sie ihnen nicht vorgeben, da der Chor immer wieder zwischendurch kurze Einwürfe singt. Bei den vergangenen Produktionen waren es meistens bekannte Pop-Songs, die wir gesungen haben. Das ist bei Jesus Christ anders. Ich habe versucht, mit allen Stimmen einzeln die Töne zu finden und gemeinsam mit der Band den Einstieg zu üben.
Büscher: Beim Tanz ist es wichtig, dass alles eine gewisse Synchronität bekommt und gleich aussieht. Und natürlich soll es bei jedem gut aussehen. Bei uns sieht man jeden Tänzer, egal wo er steht. Manche sind schon nervös, aber es geht, ich rede allen gut zu. Es ist schön, wenn man sieht, wie sich alles zu einem Ganzen formt.

NÖN: Kommenden Mittwoch ist die Vorpremiere des Musicals. Was ist eurer Ziel der Produktion, was wollt ihr erreichen?
Büscher: In erster Linie wollen wir das Publikum begeistern und das wird uns sicher gelingen, denn es sind alle sehr motiviert und ganz bei der Sache. Dass es so ein professionelles Ausmaß annimmt, hätte ich anfangs nicht gedacht.
Wolf: Ich wünsche mir, dass die Leute nach der Vorstellung sagen: Es war spannend und lustig und ich kann mir etwas mitnehmen von dem Abend. Musikalisch wünsche ich mir, dass manche sagen, dass es Gänsehaut-Feeling bewirkt hat. Und da sind wir, denke ich, gut dran.


Termine, Karten

Karten noch erhältlich unter: www.schacherhof.at

Termine: Fr, 18. März, 19.30 Uhr Sa, 19. März, 19.30 Uhr

So, 20. März, 16.00 Uhr.

Zusatzvorstellung: 16. März um 19.30 Uhr.