Erstellt am 27. Mai 2016, 05:44

von Hermann Knapp

Schützenhilfe für Vereine. Gemeindevertreterverbände fürchten negative Auswirkungen auf ehrenamtliches Engagement der Bürger und fordern Anhebung der Umsatzgrenzen.

Symbolbild  |  NOEN, Claus Stumpfer

Auch im Bezirk ist der Unmut über die Registrierkassenpflicht nach wie vor groß – vor allem bei Vereinen. Die erlaubte Umsatzgrenze von 15.000 Euro jährlich ist ihrer Ansicht nämlich viel zu niedrig angesetzt. Das sieht übrigens auch der VP-Gemeindevertreterverband so: „Gerade dort, wo die Mittel, die bei Festen hereinkommen für gemeinnützige Zwecke verwendet werden, sollte man das Engagement und den Idealismus nicht dämpfen. Das gilt für den Musikverein, der ja mit seinen Einnahmen Instrumente ankauft, ebenso wie für die Feuerwehr, die mit dem Erlös von Veranstaltungen Ausrüstungsgegenstände erwirbt“, sagt Obmann Hannes Pressl, Bürgermeister in Ardagger.

Es habe seines Wissens zwar noch keine Absagen von Veranstaltungen im Bezirk gegeben, die Unsicherheit bei den Vereinen sei aber groß. „Und das ist schade. Es gibt ohnehin schon genug Regelungen, wie etwa die Sozialversicherung für Helfer bei Festen, die für die Vereine eine Herausforderung sind, da sollte die Registrierkassenpflicht nicht noch eine zusätzliche Hürde sein“, betont Pressl.

Kein Angriff auf die Gastronomen

Der Gemeindevertreterverband fordert für Vereine die Anhebung der Grenze von Barumsätzen von 7.500 auf 15.000 Euro sowie der Umsatzgrenze bei Registrierkassenpflicht von 15.000 auf 30.000 Euro. „Das ist realistisch und müsste sich dann auch für größere Feste der Feuerwehr ausgehen“, sagt der GVV-Obmann. Als Angriff auf die Wirte will Pressl den Vorstoß des Verbandes nicht verstanden wissen. „Es geht uns ja wirklich nur um die gemeinnützigen Organisationen. Für Vereine, die von ein paar Personen gegründet werden, um Clubbings zu veranstalten, sollen auch weiterhin die alten Grenzen gelten“, hält er fest.

Alfred Buchberger, Obmann des SP-Gemeindevertreterverbandes, steht ebenfalls voll hinter der Forderung nach einer Anhebung der Umsatzgrenze. „Nehmen wir einen Fußballverein, der ja sehr wichtige Jugendarbeit leistet. Soll der jetzt plötzlich überall Kassen hinstellen? Und die Feuerwehr und die Rettung dürfen ja ohnehin nur mehr drei Tage im Jahr Veranstaltungen machen. Sollen sie das Geld, das sie da einnehmen in Registrierkassen stecken? Das macht doch überhaupt keinen Sinn.“

Hannes Pressl betont, dass die Forderung des Verbandes nach Anhebung der Freigrenzen auch für Klein- und Kleinstunternehmen in den Kommunen gelte. „Denn vor allem sie sind in den Gemeinden auch wertvolle Stützen der regionalen Wirtschaft und gerade junge und neue Unternehmer sollen zu Beginn, wenn die Umsätze noch geringer sind, keine zusätzlichen bürokratischen Hemmnisse haben“, begründet er dieses Ansinnen. Pressl weist auch darauf hin, dass gerade die Belegerteilungspflicht für kleinere Cafés und Bars organisatorisch kaum umsetzbar ist. „Und sie wird auch von den Gästen nicht goutiert und nicht gelebt.“