Erstellt am 27. November 2015, 04:43

von Sabine Hummer

Schulprojekt: Bildung für Kinder in Indien. Peter Yeddanapalli, Pfarrer in St. Peter und Weistrach, hat in Indien eine englischsprachige Schule aufgebaut.

Pfarrer Peter Yeddanapalli mit den Schülern und Schülerinnen seiner Schule in Indien. Foto: privat  |  NOEN, privat

Seit 26 Monaten ist der aus Indien stammende Priester Peter Yeddanapalli Seelsorger in den Pfarren St. Peter und Weistrach und fühlt sich im Mostviertel wohl.

„Ich habe sehr gute Teams in den Pfarren, die mich unterstützen“, sagt „Pfarrer Peter“. Seine Wurzeln in der fernen Heimat hat er aber nicht vergessen, im Gegenteil.

Projekt mit Gehalt und Spenden finanziert

Vor fünf Jahren hat er in der Nähe seines Heimatdorfes, in Ravipadu, eine englischsprachige Schule für Kinder armer Familien aus den umliegenden Dörfern gegründet. Diese finanziert er mit seinem Gehalt und mittlerweile auch mit Spenden.

„Zuerst hatten wir gar nur ein kleines Haus, in dem hundert Kinder unterrichtet wurden“, erzählt der Priester. Von 2012 bis 2014 wurde dann der Bau des Schulhauses in Angriff genommen, in dem derzeit 510 Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren unterrichtet werden.

„St. Joseph-Schule“ als eine ganz besondere Chance

„Ich arbeite seit dreizehn Jahren in Europa und habe gesehen, was Bildung ausmacht. In Indien haben Kinder aus ärmeren Schichten kaum die Möglichkeit, Englisch zu lernen. In den Dorfschulen wird nur die Muttersprache unterrichtet, eine Englische Schule ist teuer und kostet etwa 500 Euro im Jahr, und das bei einem durchschnittlichen Verdienst von zwei Euro pro Tag“, erzählt Pfarrer Peter über seine Intention, die Schule zu gründen.

Seine „St. Joseph-Schule“ ist eine ganz besondere Chance für diese Kinder, die aus allen Religionen kommen. Hier zahlt jeder so viel, wie er sich leisten kann – zwischen 30 bis 50 Euro pro Jahr. Die ersten Absolventen der Schule besuchen bereits ein College.

„Einige Aktionen in den Pfarren, wie am 8. Dezember das Pfarrcafé in Weistrach, kommen ebenfalls meiner Schule zugute. Es gibt auch die Möglichkeit, für zwanzig Euro im Monat Patenschaften zu übernehmen. Fünfzehn Kinder haben bereits Paten in Weistrach und St. Peter“, freut sich Pfarrer Peter. Zwei Mal im Jahr fährt er nach Indien. Im Jänner steht die nächste Reise an, bei der auch einige Pfarrmitglieder mitkommen werden.