Erstellt am 03. Juni 2016, 05:25

von Hermann Knapp

Schutzprojekt im Endspurt. Lewingbach wird endgültig gezähmt. Zwei Rückhaltebecken werden noch heuer fertiggestellt und Schutz vor einem 300-jährigen Hochwasser bieten.

Vier große Rückhaltebecken (RHB) werden künftig bei Starkregen die Fluten des Lewingbaches im Zaum halten.  |  NOEN, Stadtgemeinde

Der Lewingbach richtete in der Vergangenheit bei Starkregen durch die Überflutungen des Siedlungsgebietes Eisenreichdornach und von Betrieben an der Wiener Straße oft beträchtlichen Schaden an. Zwei Rückhaltebecken, die schon im Jahr 2009 fertiggestellt wurden, haben ihn zwar bereits etwas gezähmt, konnten die Gefahr aber nicht völlig bannen. Das sollen nun jene beiden Rückhaltebecken tun, die derzeit in Bau sind. „Sie werden von der Preinsbacher Straße bis zur Wiener Straße gestaffelt hintereinander errichtet und sollen die Hochwasserwellen bremsen“, berichtet Dieter Stadlbauer vom Stadtbauamt. Weil es auch gilt, hochrangige Infrastruktur zu schützen – nämlich die Geleise der Westbahn – ist das Projekt auf ein HQ 300 ausgelegt.

Im Normalfall fließt der Lewingbach einfach durch die Becken durch, bei Starkregen treten aber die Stauwerke an deren Ausflüssen in Aktion. Sie werden das Wasser stauen und dieses mithilfe einer Drossel kontrolliert in den Bachunterlauf abgeben. Insgesamt sollen durch die Rückhaltebecken 70 Objekte und 16 Hektar Wohn-, Industrie- und Gewerbegebiet hochwassersicher gemacht werden.

Lewingbachbrücke neu errichtet

Im Zuge dieses Schutzprojekts wird auch gleich die Lewingbachbrücke von der Brückenmeisterei neu errichtet. Ab 3. Juli wird daher die Preinsbacher Straße gesperrt sein. Eine Umleitung soll über die Lewingstraße eingerichtet werden.

Rund zwei Monate wird der Bau der neuen Brücke dauern – sie wird einen größeren Querschnitt haben und somit mehr Wasser passieren lassen. Erneuert wird im Rahmen des Brückenbaus auch gleich das Leitungsnetz: Gas, Wasser, Lichtwellenleiter et cetera

Die Kosten für die beiden Rückhaltebecken belaufen sich auf rund 1.926.000 Euro. Das Land stellt 731.500 Euro zur Verfügung, der Bund schießt 808.500 Euro zu, die Gemeinde zahlt 385.000 Euro. Die beiden Becken werden heuer noch fertiggestellt. Damit findet ein Projekt seinen Abschluss, dass schon 2007 mit dem Bau der ersten beiden Rückhaltebecken begonnen wurde. Diese wurden im Jahr 2009 fertiggestellt – nach einer kurzen Verzögerung durch die Finanzkrise. Sie kosteten 2,6 Millionen Euro.

Die Projektdaten

Rückhaltebecken 3: 8.700 Kubikmeter Fassungsvermögen, Dammhöhe drei Meter, Dammlänge 210 Meter.

Rückhaltebecken 4: 3.900 Kubikmeter Fassungsvermögen, Dammhöhe 3,20 Meter, Dammlänge 140 Meter.