Erstellt am 05. November 2015, 05:32

von Hermann Knapp

Flüchtlinge sind da. Zwei Familien haben in Seitenstetten Zuflucht gefunden. Besonders tragisch: Mutter von drei Kindern wurde ermordet.

Altbürgermeister Franz Deinhofer koordiniert die Flüchtlingshilfe in Seitenstetten.  |  NOEN, Foto: Archiv

Das Stift hat zwei Wohnungen für die Aufnahme von Flüchtlingen zur Verfügung gestellt – und inzwischen sind diese auch schon eingezogen. „Eine Familie mit sechs Personen kommt aus Tadschikistan. Sie wurde dort vom Regime verfolgt und hat sicher gute Chancen, tatsächlich Asyl zu erhalten“, sagt der Seiten-stettner Flüchtlingskoordinator, Altbürgermeister Franz Deinhofer. Zwei Kinder gehen in die Mittelschule, eines in den Kindergarten und ein 16-jähriger Bursche ist außerordentlicher Hörer im Gymnasium.

Die zweite Familie kommt aus Bagdad (Irak). Es handelt sich um einen Vater mit drei Kindern, seinen Eltern und einen Cousin. Seine Frau wurde vor drei Monaten im Irak ermordet.
Daraufhin floh die Familie. Die Kinder gehen in den Kindergarten. „Unsere ehrenamtlichen Helfer kümmern sich um die Familien, allen voran Schwester Michaela“, berichtet Deinhofer.
Die Erwachsenen nehmen bereits an den Deutschkursen teil, die von vier ehemaligen Deutschlehrern im Bildungshaus St. Benedikt abgehalten werden.

Nicht überzeugt ist Deinhofer von der Organisation im Flüchtlingslager Traiskirchen. „Am Montag sind wir hinuntergefahren, weil es geheißen hat, dass wir Flüchtlinge mitnehmen können. Dem war aber nicht so. Am Mittwoch war zwar eine Familie aus dem Irak bereit, die hatte aber noch nicht die nötigen Papiere.“ Also machten die Seitenstettner die Tour am Donnerstag nochmals – um dann endlich mit einer anderen irakischen Familie heimzukehren.
Insgesamt wohnen in Seitenstetten nun 21 Flüchtlinge. Schon im Vorjahr wurden zwei Familien mit insgesamt acht Personen aufgenommen.