Erstellt am 08. März 2016, 05:19

von Ingrid Vogl

Spatenstich für Ölpresse: Neue Arbeitsplätze. Die VFI investiert 12 Millionen Euro in das Donaupresswerk Ennsdorf. Testbetrieb ist bereits ab Oktober geplant, Vollbetrieb startet mit Beginn des Jahres 2017.

Landtagsabgeordneter Anton Kasser, Johann Doppelbauer (Betriebsleiter VFI), Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer, Landesrat Stephan Pernkopf, Florian Rauch (Geschäftsführer VFI), Wolfgang Ahammer (Geschäftsführer VFI), Landesrat Max Hiegelsberger (OÖ), Bezirkshauptmann-Stellvertreter Leopold Schalhas, Bürgermeister Alfred Buchberger und Bundesrat Andreas Pum (v.l.n.r.) nahmen am vergangenen Montag den Spatenstich für das Donaupresswerk im Wirtschaftspark Ennsdorf vor. Foto: Simlinger  |  NOEN, Simlinger

Auch wenn sich das Wetter nicht gerade von seiner besten Seite zeigte und die zahlreichen Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft mit Regen begrüßte, herrschte in Ennsdorf vergangene Woche Feierstimmung.

Schließlich lud die Vereinigte Fettwarenindustrie (VFI), besser bekannt unter ihren Marken Kronenöl, Bona, Osolio, Ceres oder Frivissa, zur Spatenstichfeier für das Donaupresswerk, das im Ennshafen entstehen wird.

„Es gibt schlimmere Tage für einen Bürgermeister als eine Spatenstichfeier für ein Unternehmen mit einem Investitionsvolumen von zwölf Millionen Euro“, scherzte Ennsdorfs Bürgermeister Alfred Buchberger. „Ich habe heute früh mit ruhigem Gewissen den Baubescheid unterschrieben“, freute sich der Ortschef über den Neuzugang im Wirtschaftspark.

Mindestens acht neue Arbeitsplätze

Glücklich über die Ansiedelung des größten österreichischen Speiseöl-Erzeugers im niederösterreichisch-oberösterreichischen Grenzgebiet zeigten sich auch die Agrar-Landesräte Stephan Pernkopf (NÖ) und Max Hiegelsberger (OÖ).

„Das Unternehmen sorgt für einen Wachstumsschub in der gesamten Region. Jeder Euro, den die VFI hier aufwendet, kommt der regionalen Wirtschaft zugute und sichert Arbeitsplätze“, betonte Pernkopf.

160 Beschäftigte zählt das Tiroler Familienunternehmen im Welser Stammwerk, in Ennsdorf entstehen vorerst einmal acht neue Arbeitsplätze. „Was später kommt, wird die Zukunft zeigen“, machte VFI-Betriebsleiter Johann Doppelbauer aber Hoffnung auf mehr.

Inbetriebnahme bereits für Oktober geplant

Der Zeitplan, den sich die VFI vorgenommen hat, ist ambitioniert. Schon in wenigen Wochen werden die Bagger auffahren, bereits im Oktober soll das Werk in Testbetrieb und ab Anfang 2017 dann in Vollbetrieb gehen.

Bis zu 30.000 Tonnen Ölsaaten (Raps, Sonnenblume und Soja) sollen im Donaupresswerk verarbeitet werden. „Wir haben nun die gesamte Technologie von der Saat bis zum fertigen Öl in einer Hand. Die Qualitätskontrolle vom Feld bis in die Flasche ist garantiert“, erklärte Doppelbauer.

Die Wertschöpfungskette beginnt mit der Beschaffung der Ölsaaten – teilweise aus eigener Landwirtschaft – und geht über Pressung, Raffination, Produktkomposition und Abfüllung bis hin zur Lagerung der Produkte im vollautomatischen Hochregallager, von dem aus die Kunden just in time beliefert werden.

„Wir sind überzeugt, dass das Projekt viele Chancen für die Zukunft bietet“, verkündeten die VFI-Geschäftsführer Florian Rauch und Wolfgang Ahammer. So soll die Exportquote von 50 Prozent auf über 60 Prozent angehoben werden.


Zitiert

„Nur Marmeladenerzeuger und Mineralabfüller brauchen kein Öl.“
VFI-Geschäftsführer Florian Rauch

„Wenn ein Tiroler Eigentümer mit Sitz in Oberösterreich in Niederösterreich investiert, ist das schon etwas Besonderes.“
Oberösterreichs Agrarlandesrat Max Hiegelsberger


Zahlen & Fakten

  • Die Vereinigte Fettwarenindustrie (VFI) mit Sitz in Wels beschäftigt 160 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz beträgt 160 Millionen Euro, abgesetzt werden pro Jahr 120.000 Tonnen Öle und Fette. Die Exportquote beträgt 50 Prozent.

  • In Ennsdorf entsteht um 12 Millionen Euro eine Ölpresse samt Silos, Öltanks und Lagerhallen. Bis zu 30.000 Tonnen Ölsaaten sollen im Donaupresswerk verarbeitet werden.