St. Pantaleon-Erla

Erstellt am 28. Juni 2016, 06:05

von Ingrid Vogl

Bangen um Wohnqualität. Neu-Arthofer beunruhigt über Gerüchte von Wohnblockbau am ehemaligen Freibadgelände.

Lukas Tremetzberger, Willibald Barth, Daniela Tremetzberger, Brigitte Pichler-Rumetshofer und Michael Pichler (v.l.n.r.) auf dem Grundstück in Neu-Arthof, das in den letzten Tagen für Gesprächsstoff sorgte. Foto: Vogl  |  NOEN

Mietkauf-Wohnungen oder leistbares Wohnen? Wohnhausanlage in St. Pantaleon oder auch in anderen Ortsteilen? Genaue Informationen zum Thema Wohnbau hat die Bevölkerung nicht. Dass sie aber informiert werden möchte, das machte die Gemeinderatssitzung am vergangenen Montag deutlich.

An die 50 Zuhörer fanden sich im Festsaal der Musikschule in St. Pantaleon ein. Der Großteil davon Bürger aus Neu-Arthof. Der Grund für ihr Kommen: Ein Hinweis, dass am Gelände des ehemaligen Freibades ein Wohnblock errichtet werden soll.

„450.000 Euro investiert und habe nichts davon“

Ärger und Verzweiflung waren groß. Vor allem bei Brigitte Pichler-Rumetshofer, deren Grund direkt an das angeblich in Erwägung gezogene Grundstück grenzt. Sie trommelte die Nachbarschaft zum Protest zusammen und initiierte eine Unterschriftenaktion. „Ich habe dort 450.000 Euro investiert und habe dann nichts davon. Der Grund ist entwertet, wenn da so ein Klotz hingebaut wird“, klagt sie und überlegte sogar, den Grund selbst zu erwerben, „um endlich Ruhe zu haben“.

Dass etwas im Busch sein könnte, reimte sich Pichler-Rumetshofer aus mehreren Beobachtungen zusammen. So habe Vizebürgermeister Josef Alkin (ÖVP) das Grundstück mehrmals besichtigt. Wenige Tage danach entdeckte Pichler-Rumetshofer plötzlich einen Vermessungspunkt auf der Straße vor ihrem Haus. Sie zählte eins und eins zusammen und kam zu dem Schluss, dass die Gemeinde auf dem Grundstück, das in deren Besitz ist, etwas plane.

„Es kann ja nur der vermessen, dem der Grund gehört. Aber auf der Gemeinde weiß man angeblich nichts davon“, so die erboste Anrainerin.

Keine Erklärung für Vermessungspunkt

Eine Erklärung für diese Beobachtungen kam von FPÖ-Gemeinderat Willibald Barth, der Pichler-Rumetshofer wissen ließ, dass auf dem Grundstück eine Wohnanlage für junges Wohnen errichtet werden solle. Das sei Thema bei der internen ÖVP-FPÖ-Sitzung vor der Gemeinderatssitzung vor einem Monat gewesen. „Dazu stehe ich. Es wurde sogar die Grundstücksnummer und Grundstücksgröße genannt“, beteuert Barth.

Die ÖVP dementiert jegliche Wohnbaupläne für dieses Grundstück und sprach lediglich von Gerüchten, die gestreut worden seien, um Wirbel in die Bevölkerung zu bringen.