St. Pantaleon-Erla

Erstellt am 02. August 2016, 05:19

von Ingrid Vogl

UNESCO-Entscheidung zu Legionslager vertagt. Ob Antrag für UNESCO-Weltkulturerbe Donaulimes eingereicht wird, entscheidet der Gemeinderat im Herbst.

Der Ortsteil Albing beherbergt unter den Wiesen und Feldern ein römisches Legionslager, das nicht fertiggestellt wurde. Ob die Gemeinde einen Antrag für das UNESCO-Weltkulturerbe Donaulimes stellt, entscheidet sich bei der Gemeinderatssitzung im September. Foto: Schlemmer  |  NOEN

Ob das römische Legionslager in Albing als Teil des Donaulimes für das UNESCO-Weltkulturerbe vorgeschlagen werden soll oder nicht, war der wichtigste Tagesordnungspunkt bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Montag. Obwohl sich alle Fraktionen dafür aussprachen, wurde die Entscheidung nach längerer Diskussion auf die nächste Sitzung im September vertagt.

Gebiet schon seit den 80ern unter Denkmalschutz

Trotz einer Informationsveranstaltung mit vier Experten am 4. Juli sind bei den Bürgern nämlich noch nicht alle Bedenken ausgeräumt. „Einige Anrainer haben noch Fragen, auf die sie Antworten möchten. Daher der Wunsch, den Punkt zu verschieben“, erklärte Gerhard Haider (SPÖ).

Die ÖVP gab sich anfangs skeptisch und befürchtete, die Deadline von September dadurch eventuell noch zu verpassen. „Es darf uns nicht passieren, dass wir dann nicht beschlussfähig sind“, gab Bürgermeister Rudolf Divinzenz zu bedenken. „Es ist kein Problem, wenn wir den Punkt im September auf die Agenda geben. Aber für mich stellt sich schon die Frage, was sich bis dahin noch ändern soll“, ergänzte der Ortschef.

Denn eines ist gewiss: Das Gebiet in Albing steht bereits seit den 1980er Jahren unter Denkmalschutz. Auch als Weltkulturerbestätte würde sich für die Bürger aus diesem Grund nichts ändern, denn der Denkmalschutz ist der höchste Schutz, den es geben kann. Enteignungen oder Verschlechterungen seien daher auch in Zukunft nicht zu befürchten.

Letztendlich einigte man sich (mit einer Stimmenthaltung von ÖVP-Parteiobmann Roman Kosta) darauf, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen und in der nächsten Sitzung zu behandeln. „Bei dem Thema ist es mir so wichtig, dass wir uns einig sind“, erklärte Rudolf Divinzenz den Grund für diesen Schritt.