St. Pantaleon-Erla

Erstellt am 21. Oktober 2016, 05:01

von Wolfgang Zarl

Sehbehinderter: „Kapelle im Garten erfüllt sein Leben“. Sehbehinderter Andreas feierte mit vielen Freunden seinen 20. Geburtstag.

St. Valentins Pfarrer Johann Zarl feierte mit Andreas dessen 20. Geburtstag mit einer Andacht in der Privatkapelle, die vor zwei Jahren mit großer Unterstützung der Bevölkerung für den fast blinden, jungen Mann errichtet worden ist.  |  NOEN, Wolfgang Zarl

Die ganze Umgebung half vor zwei Jahren zusammen, um den großen Traum des fast blinden Andreas zu verwirklichen: eine eigene Kapelle im Garten. Die alte aus Pappkarton hatte nicht mehr seinen Vorstellungen entsprochen.

Zug um Zug wurde der Bau verwirklicht

Bei einer Andacht feierten viele St. Pantaleoner jetzt den Jahrestag dieses Jubiläums – vor allem aber den 20. Geburtstag „ihres“ Andreas. Seine Mutter, Ulli Stross, zeigte sich gerührt von der Hilfsbereitschaft: „Diese Kapelle war sein Traum, sie erfüllt sein Leben.“ Es falle ihr schwer, jemanden speziell zu danken, da so viele mithalfen. „Viele gaben dafür ihre Freizeit, ihre Talente und Geld.“

Zug um Zug wurde der Bau verwirklicht, begonnen hat es mit einer Kirchenbankspende aus der Kapelle des Meierhofes der Marienschwestern aus Klein-Erla. Auf Andreas Wunsch hin wurde die Kapelle auf den Heiligen Franz von Assisi geweiht.

„Einmal kam Andreas zum Kirtag nach St. Valentin und ich wollte ihm ein Eis spendieren. Doch Andreas hatte einen anderen Wunsch: ‚Einmal bei Dir Herr Pfarrer vorne bei der Heiligen Messe mitzufeiern‘“, erinnert sich Nachbarpfarrer Johann Zarl aus St. Valentin, der natürlich diesen Wunsch erfüllte. Mittlerweile feiert Andreas immer dann zuhause in seiner Kapelle Gottesdienst, wenn auch in der Pfarrkirche St. Valentin gefeiert wird.

Sogar einen kleinen Kirchenchor gibt es

Sogar einen kleinen Kirchenchor hat er aus Freunden, Nachbarn und Verwandten schon installiert. „Man kann von Andreas nur lernen. Er sieht trotz seiner Beinahe-Blindheit oft mehr und hat mehr Gespür für andere“, meint Pfarrer Johann Zarl. Bewegend sei, wie sehr er sich mit seinem Gebet für die Mitmenschen einsetze. Andreas sehe mit seinem Herzen gut und viele in der Region um St. Valentin setzten ihrerseits ein tiefes christliches Zeichen, um Andreas seinen Traum zu erfüllen.

„Der Namensgeber der Kapelle, der Heilige Franz von Assisi, hatte eine Vision, nach der er die Kirche wieder aufbauen sollte. Dieses kleine Gotteshaus erinnert daran, dass auch Andreas und seine Mutter Ulli solch einen Auftrag erfüllt haben“, betont Diakon Manuel Sattelberger, ein enger Freund Andreas.