St. Peter in der Au

Erstellt am 23. Mai 2017, 06:03

von Sabine Hummer

Älteste Frau im Bezirk Amstetten ist 110 Jahre. Aloisia Karlhuber lebt seit 2007 im Landespflegeheim St. Peter. Die Haidershofnerin ist die drittälteste Österreicherin.

Eine große Gratulantenschar für ein besonderes Geburtstagskind: Vorne, (v.l.) Schwiegertochter Helga Karlhuber mit ihrer Mutter Maria Danklmayr, Jubilarin Aloisia Karlhuber und Tochter Herta Winkler. Hinten (v.l.) Heimleiterin Sylvia Seibert, Maria Faderl und Anna Hinterdorfer vom Pensionistenverband Haidershofen, Pflegeleiterin Isabella Löckinger, Bereichskoordinatorin Melanie Jansbauer, St. Peters Bürgermeister Johannes Heuras, Tochter Gertrud Schinko, Bürgermeister Manfred Schimpl und Pfarrer Norbert Kokott aus Haidershofen, Ortsvorsteherin Lisa Kaindl sowie Bezirkshauptmann Martina Gerersdorfer.  |  Sabine Hummer

Am Mittwoch begeht das Landespflegeheim in St. Peter sein 20-jähriges Bestandsjubiläum. Wenige Tage zuvor fand sich eine Gratulantenschar im Heim ein, um eine ganz besondere Bewohnerin zu beglückwünschen.

Aloisia Karlhuber feierte am Freitag, 19. Mai, nämlich ihren 110. Geburtstag. Damit ist sie der älteste Mensch im Bezirk, die zweitälteste Niederösterreicherin (nur eine Frau aus Bruck/Leitha ist um ein paar Wochen älter) und die drittälteste Österreicherin – Rekordhalterin ist übrigens eine Wienerin mit 111 Lebensjahren.

Am Pfingstsonntag 1907 erblickte Aloisia, Tochter von Maria und Leopold Scheuchenstuhl, das Licht der Welt. Damals regierte der Kaiser in Wien, die Frauen mussten sich noch ins Korsett zwingen und Pferdekutschen oder Ochsenkarren beherrschten das Straßenbild.

Die Schneiderei war ihre Leidenschaft

Mit ihrer Familie zog die sechsjährige Aloisia nach Kremsmünster, wo sie die Bürgerschule absolvierte. Nach dem Ersten Weltkrieg kehrten die Scheuchenstuhls nach Haidershofen zurück, Aloisia begann eine Schneiderlehre und sollte sich später als Schneidermeisterin selbstständig machen – ein Beruf, den sie bis zur Pensionierung mit Leidenschaft ausübte.

Mit 27 Jahren heiratete Aloisia den Lokführer Karl Karlhuber. Jahrelang musste das Paar auf Nachwuchs warten, bis sich dann doch noch der Storch einstellte. Vier Kindern hat Aloisia Karlhuber das Leben geschenkt. Mehrmals schlug das Schicksal jedoch hart zu, Sohn Maxi starb bereits mit einem Jahr.

6 Enkel, 12 Urenkerl und 8 Ur-Ur-Enkerl

Seit 1961 ist Aloisia Karlhuber Witwe und auch den Tod ihres jüngsten Sohnes Karl musste sie betrauern, er starb vor zweieinhalb Jahren im 71. Lebensjahr.

Sechs Enkel, zwölf Urenkel und acht Ur-Ur-Enkel sind hingegen Karlhubers ganze Freude. Wenn sie kleine Kinder herzen darf, fangen ihre Augen an zu leuchten. Aber auch Blumen liebt die rüstige Jubilarin sehr und genießt die Ausfahrten in die Natur, die sie regelmäßig mit ihren Töchtern unternimmt.

Gratulation vom Heimteam, (v.l.) Pflegeleiterin Isabella Löckinger, Bereichskoordinatorin Melanie Jansbauer und Direktorin Sylvia Seibert, bekam die Jubilarin ihre Lieblingstorte und einen duftenden Blumenstrauß geschenkt.  |  Hummer

„Unlängst haben wir bei einer Spazierfahrt in St. Peter Direktor Kriegbaum getroffen, den ältesten Mann im Bezirk mit 106 Jahren. Es war ein sehr berührender Moment, als sich die beiden begrüßt haben“, erzählt Tochter Herta Winkler.

Seit August 2007 wohnt Aloisia Karlhuber im Pflegeheim St. Peter und ist ein besonderes Juwel des Hauses.

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