St. Peter in der Au

Erstellt am 11. November 2017, 05:55

von Sabine Hummer

Chorwerk „Thomasnacht“ zu neuem Leben erweckt. Nach mehr als hundert Jahren wird am 12. November das Liederspiel aus der Feder Carl Zellers zu neuem Leben erweckt, mit neuer Textfassung von Herbert Pauli.

Literat Herbert Pauli und Musicus Professor Edgar Wolf haben Carl Zellers wunderschönen Melodien der „Thomasnacht“ ein neues Libretto verpasst. Zu hören wird das Chorwerk erstmals am kommenden Sonntag um 17 Uhr im Festsaal des Schlosses St. Peter sein.  |  Sabine Hummer

Das Carl-Zeller-Jahr, das heuer in St. Peter zu Ehren des 175. Geburtstages des großen Sohnes und Komponisten gefeiert wird, neigt sich schön langsam dem Ende zu. Zum Schluss wird allerdings noch ein ganz besonderes musikalisches Feuerwerk gezündet.

West-Text war veraltet und unzeitgemäß

Nach mehr als hundert Jahren wird das Liederspiel „Die Thomasnacht“ zu neuem Leben erweckt. Am 27. November 1869 wurde das Chorwerk im Sofiensaal in Wien uraufgeführt und geriet danach in Vergessenheit. Grund genug für Thomas Gnedt, Leiter des Carl Zeller Museums im Schloss St. Peter, die „Thomasnacht“ wieder aus der Versenkung zu heben, denn die Musik ist – wie alles bei Zeller – wunderschön, einzig das Libretto ließ zu wünschen übrig.

Der Text von Moritz West war veraltet und unzeitgemäß, weshalb Gnedt den St. Peterer Literaten Herbert Pauli zurate zog. „Zuerst dachte ich, nur die unzeitgemäßen Stellen zu ändern. Edgar Wolf, der die musikalische Gesamtleitung innehat, kam jedoch auf die Idee, das Libretto komplett auf neue Beine zu stellen“, erzählt Pauli. Und so entstand ein völlig neues Werk rund um den Heiligen Martin mit dem Untertitel „Martin, Soldat und Bischof“.

Warum der Heilige Martin als neue Figur für das ursprüngliche Fastnachtsspiel herangezogen wurde? „Der Termin für die Aufführung am 12. November stand bereits fest, da lag der Namenstag von Martin am 11. November nahe“, erklärt Pauli.

Uraufführung des neues Werks am Sonntag

Der St. Peter Dichter versuchte dann, den Text nach Noten zu schreiben, indem er das Versmaß des alten Librettos heranzog. „Es war sehr schwierig, den Text an die Musik Zellers anzupassen, da viele Stimmen unterschiedlich geführt werden“, erzählt Herbert Pauli. Das gelungene Werk wurde schließlich mit Edgar Wolf überarbeitet und das gesamte Notenmaterial von Thomas Gnedt digitalisiert.

Am Sonntag um 17 Uhr wird die neue „Thomasnacht“ uraufgeführt. Dafür konnten drei hervorragende Männerchöre – D’Urltaler Sängerrunde, das NÖ Lehrerquartett und die Orgelpfeifen – gewonnen werden, begleitet von Yuri Pranzl am Klavier. Michael Wagner wird in der Titelrolle des Heiligen Martin zu sehen und hören sein, Ernst Auer singt den Bettler.

Karten sind am Gemeindeamt St. Peter/Au, im Café Beranek, und in der Sparkasse St. Peter/Au erhältlich.