St. Valentin

Erstellt am 04. August 2016, 05:32

von Sabine Hummer

Diakon aus Leidenschaft: Kirche der offenen Türen. Manuel Sattelberger liebt die Seelsorge in der lebendigen Pfarre St. Valentin, die er gemeinsam mit Pfarrer Johann Zarl mit großem Engagement betreibt.

Manuel Sattelberger ist Seelsorger mit ganzem Herzen. Besonders für die Jugend hat er immer ein offenes Ohr. Foto: privat  |  privat

Von den Pfarrmitgliedern wird er liebevoll „Herr Manuel“ genannt, die Jüngeren rufen ihn „Mani“. „Dass ich mit Nachnamen Sattelberger heiße, wissen manche gar nicht“, erzählt Manuel Sattelberger lachend.

„In unserer Familie war der Fußball Religion“

Seit 1. Oktober 2004 ist er in der Pfarre St. Valentin als Pastoralassistent tätig und unterstützt Pfarrer Johann Zarl in jeglichen Bereichen der Seelsorge. „Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen. Es ist nicht nur ein Job, sondern eine Berufung. Wenn nachts das Telefon läutet, rücken wir aus wie die Feuerwehr.“

Dabei hatte Manuel Sattelberger mit der Kirche anfangs nur wenig am Hut. „Ich wuchs normal katholisch auf. Man ist getauft, katholisch und geht hin und wieder in die Kirche“, beschreibt er seine Kinderjahre in Petzenkirchen, Bezirk Melk. „Ich komme eigentlich aus einer Fußballerfamilie. Alle haben gekickt. Bei uns war der Fußball Religion.“

Ein einschneidendes Erlebnis hatte er als Volksschüler, als er vom Heimatpfarrer gefragt wurde, ob er ministrieren wolle – noch vor der Erstkommunion! Mit 16 war er einer der jüngsten Pfarrgemeinderäte und brachte sich als Firmhelfer ein.

„So bin ich in eine aktive Rolle in der Kirche geschlüpft. Von da an hat es mir immer viel bedeutet, vorne mitzuwirken“, erinnert sich Sattelberger. „Mein Heimatpfarrer war zwar schon alt – ein echter Opa-Typ – aber er hat Kirche auf eine sehr offene, sehr lebensnahe und liebevolle Weise praktiziert. Dieses Prinzip der offenen Türen hat mich auch mein ganzes Leben lang geprägt. Ich hab Kirche nie als Zwang erlebt.“

Vom Tischlerlehrling zum Diakon

Sein Berufsleben begann Manuel Sattelberger mit einer Tischlerlehre, weil er nicht mehr in die Schule gehen wollte. „Nach der Lehre hatte ich die erste Lebenskrise, weil ich mir dachte, das kann nicht alles sein. Das Tischlern hat mir zwar immer Spaß gemacht, aber ich habe gespürt, dass auf mich noch eine andere Aufgabe wartet“, erinnert er sich. In dieser Zeit kam eine junge Pastoralassistentin in die Pfarre. „Das war ein Aha-Erlebnis“, sagt Manuel.

Damals, als 18-jähriger Tischlergeselle, bot sich ihm die großartige Möglichkeit, auch als Nicht-Maturant das Seminar für kirchliche Berufe der Bischofskonferenz im Jagdschloss Ober-Sankt-Veit in Wien zu besuchen. 2003 schloss er diese vierjährige Ausbildung, die staatlich anerkannt war und auch die Lehramtsbefähigung enthielt, mit Diplom ab.

Nach dem Zivildienst bei der Lebenshilfe, wo er mit schwerstbehinderten Kindern und Jugendlichen arbeitete, läutete eines Tages sein Handy. „Ein gewisser Zarl aus St. Valentin war am Telefon und hat mich gefragt, ob ich nicht bei ihm als Pastoralassistent arbeiten wollte“, schildert Sattelberger, der eigentlich schon in Steinakirchen/Forst zugesagt hatte.

„Mir war immer wichtig, im Pfarrhof zu wohnen und in den Schulen Religion zu unterrichten. Deshalb habe ich mich für St. Valentin entschieden“, sagt Sattelberger, der seine Entscheidung nie bereut hat. Seine Hauptaufgabenfelder liegen in der Kinder- und Jugendseelsorge.

2013 wurde er im Stift Melk zum Diakon geweiht und lebt seitdem im Zölibat. „Die Diakonweihe hindert die Ehe, aber die Ehe hindert nicht die Weihe – so lauten die Regeln. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, da ich noch intensiver in der Kirche wirken wollte“, versucht Sattelberger die Jesus-Beziehung an die erste Stelle zu setzen. „Derzeit bin ich unheimlich zufrieden, wie es läuft.

Bei uns spielt sich eine bunte Geschichte von unterschiedlichen Menschen und unterschiedlichen Lebenslagen ab. Wir versuchen, ihnen Jesus nahe zu bringen, sowohl in schönen als auch in schweren Zeiten.“ „Wunderwuzzi“ sei er freilich keiner, sondern genauso ein Mensch mit Licht- und Schattenseiten. „Ich weiß, dass immer einer mit mir mitgeht. Das gibt mir Kraft. Ich bin meinen Eltern auch sehr dankbar für meinen Namen. Der bedeutet: „Gott ist mit uns“.“