Erstellt am 08. Dezember 2015, 06:28

von Ingrid Vogl

Experten im Visier. Einführung eines Gestaltungsbeirats mit externen Architekten sorgte für Diskussionen. ÖVP und FPÖ stimmten dagegen.

Peter Görgl, Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr, Stadtrat Patrick Hagmüller und Ernst Jordan (v.l.n.r.) arbeiten an der Stadtentwicklung.  |  NOEN, privat

Im heurigen Jahr wurde ein Prozess begonnen, gemeinsam mit dem Stadtmarketing und einem Expertenteam St. Valentin in Richtung einer vielseitigen und lebenswerten Stadt zu entwickeln. Die Installation eines Gestaltungsbeirats, der die städtebauliche und architektonische Qualität des Bauens sicherstellt, soll ein weiterer Schritt in diese Richtung sein. Beschlüsse über die Erstellung eines integrierten Stadtentwicklungskonzepts und die Gründung eines Gestaltungsbeirats standen daher bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstag auf der Tagesordnung. Und vor allem der Gestaltungsbeirat sorgte für Diskussionen.

ÖVP-Stadtrat Andreas Pum kritisierte, dass es sich dabei vielmehr um „einen Beschränkungs- als um einen Entwicklungsbeirat“ handle und stieß sich vor allem daran, dass das Ergebnis des Gestaltungsbeirats für die Stadt „bindend“ sei. Kritik, die die SPÖ nicht nachvollziehen konnte. „Das ist nur ein Vorschlag. Das letzte Wort hat natürlich der Gemeinderat“, stellte Parteiobmann Thomas Hagmüller klar. Dass das Thema für derartigen Diskussionsstoff sorgte, verwunderte die SPÖ grundsätzlich. „Wir haben das im Ausschuss drei- oder viermal diskutiert und einstimmig mit den Stimmen der ÖVP beschlossen“, hob der für die Stadtentwicklung zuständige Stadtrat Patrick Hagmüller hervor.

Suchan-Mayr verwundert über Kritik

Pums Wunsch, den Vorschlag noch einmal zu überarbeiten, stieß bei der SPÖ auf taube Ohren. „Nach der Zeit, die schon darüber diskutiert wurde, ist das jetzt schon sehr interessant. Im Ausschuss sind keine Vorschläge von eurer Seite gekommen“, wunderte sich Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr über Pums Wortmeldung. Schließlich bringe der Gestaltungsbeirat Vorteile für den Bauherrn und das Stadtbild, betonte Suchan-Mayr: „Ziel ist es, dass die Leute von Haus aus bessere Projekte abgeben, weil sie wissen, dass es einen Gestaltungsbeirat gibt.“

Letztendlich wurde der Gestaltungsbeirat ohne Stimmen der ÖVP und FPÖ beschlossen. Er wird mit 1. Jänner 2016 seine Arbeit aufnehmen und besteht aus den Architekten Anne Mautner Markhof (St. Florian), Paul Preiss (Wien) und Christian Mang (Furth-Palt).

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