St. Valentin

Erstellt am 20. Juli 2016, 04:00

von Sabine Hummer

Fenster wie anno dazumal: 106 neue Holzkastenfenster. Alu-Fenster der Volksschule Hauptplatz werden ausgetauscht. Denkmalamt verlangt Einbau von Holzkastenfenstern. Kostenpunkt rund 471.000 Euro.

106 neue Holzkastenfenster werden in den nächsten Wochen im altehrwürdigen Gebäude der Volksschule Hauptplatz eingebaut. Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr, Neo-Direktorin Rita Aichholzer und Schulstadtrat Thomas Hagmüller besichtigten die Baustelle.  |  Sabine Hummer

Die Fenster der Volksschule Hauptplatz sind schon schwer in die Jahre gekommen und haben nun endgültig ausgedient. Die Alu-Fenster wurden in den 1970ern eingebaut und haben dementsprechend ihre besten Zeiten hinter sich.

„Viele ließen sich gar nicht mehr öffnen, weil sie aus Sicherheitsgründen zugeschraubt wurden“, erzählt Neo-Direktorin Rita Aichholzer, die ab September die Leitung der Schule übernehmen wird.

Also plante die Stadtgemeinde, die alten durch neue Modelle zu ersetzen. „Wir haben geglaubt, wir tauschen die Fenster einfach aus. Jedoch steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Und unser Plan wurde seitens des Denkmalamtes nicht genehmigt“, berichtet Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr.

Das Denkmalamt schrieb Holzkastenfenster vor, wie sie sich auch ursprünglich am 1900/01 errichteten Gebäude befanden. „Mit der Firma Hessl haben wir einen Spezialisten gefunden, der die 106 Holzkastenfenster für unsere Schule angefertigt hat“, informiert Schulstadtrat Thomas Hagmüller.

„Die Fenster entsprechen den heutigen Standards, nur Optik und Material sind an die Denkmalschutz-Richtlinien angepasst“, sagt Hagmüller.

Ausgaben gegenüber ursprünglichen Vorhaben deutlich erhöht

Pünktlich mit Ferienbeginn wurde mit der Großbaustelle begonnen. „Für das Schulpersonal ist das eine große Herausforderung“, erklärt Direktorin Rita Aichholzer. „Denn alle Klassenräume mussten ausgeräumt werden, das gesamte Schulinventar stapelt sich derzeit im Turnsaal und sollte sich zu Schulbeginn wieder am angestammten Platz befinden.“

Die alten Fenster werden in den kommenden Wochen nach und nach herausgestemmt und durch die Holzkastenfenster ersetzt. Bis Schulbeginn sollte alles geschafft sein, so lautet die Planvorgabe.

Die Ausgaben haben sich für die Stadtgemeinde als Schulerhalter jedenfalls deutlich gegenüber dem ursprünglichen Vorhaben erhöht. Rund 471.000 Euro kostet der gesamte Fensteraustausch – inklusive Begleitarbeiten und Beschattung – in dem ehrwürdigen Gebäude, bei dessen Eröffnung einst Kaiser Franz Joseph zugegen war.

Etwa ein Drittel der Kosten wird vom Schul- und Kindergartenfonds Niederösterreich und dem Denkmalamt, das 50.000 Euro zugesagt hat, gefördert.

„Natürlich ist es eine Riesensumme, die die Stadtgemeinde zu tragen hat und mit der wir ursprünglich nicht gerechnet hatten. Jammern hilft aber nichts, das dankmalgeschützte Gebäude gehört erhalten. Wir müssen versuchen, das Finanzielle beiseite zu rücken und uns über das schöne Gebäude freuen“, gibt sich Schulstadtrat Hagmüller diplomatisch und hofft, „dass die Fenster recht lange halten.“