Erstellt am 21. September 2015, 17:23

von Ingrid Vogl

Land ist jetzt am Zug. Alternativen gefordert / Initiative Herzograder Wald und besorgte Bürger sammelten mehr als 600 ablehnende Stellungnahmen zum Engel-Parkplatzprojekt. Land muss Einwände prüfen.

Die Kritiker rund um Georg Steffelbauer (3.v.l.) und Rudolf Kodnar (6.v.l.) von der Initiative Herzograder Wald an der Stelle, wo der alte Parkplatz der Firma Engel in den neuen münden würde.  |  NOEN, Ingrid Vogl

Die Faktenlage ist mittlerweile gut bekannt. Die Firma Engel hat vor, den Standort St.Valentin zu erweitern und weitere hundert Arbeitsplätze zu schaffen. Dafür ist auch eine Vergrößerung des Firmenparkplatzes notwendig. Angedacht ist, eine 9.000 Quadratmeter große Fläche des Herzo grader Waldes zu roden, um dort einen weiteren Parkplatz mit Anbindung an den bereits bestehenden zu errichten.

621 Stellungnahmen 

Proteste der Anrainer waren vorprogrammiert und blieben auch nicht aus. Die Initiative Herzograder Wald wurde reaktiviert und Aktivisten sammelten in den letzten Wochen Stellungnahmen gegen das Projekt des Spritzgusserzeugers. „Es sind 621 Stellungnahmen geworden. Die hohe Zahl haben wir fast mühelos erreicht.

Doppelt so viele wären sicher möglich gewesen, wenn wir das Ganze gezielt betrieben hätten“, erklärt Rudolf Kodnar von der Initiative Herzograder Wald. Dass die Ablehnung so groß ist, ist für Kodnar ein Indiz dafür, dass „nicht nur einige Anrainer, sondern der überwiegende Teil der Bevölkerung gegen dieses Parkplatzprojekt sind“.

„Parkplätze sind keine Arbeitsplätze.“
Zitat aus einer der 621 schriftlichen 
Stellungnahmen zur Abänderung des 
Flächenwidmungsplanes, die Bürgermeisterin 
Kerstin Suchan-Mayr übergeben wurden

So hätten sich die sammelnden Aktivisten rund um Georg Steffelbauer täglich vermehrt. Stellungnahmen wurden kopiert und selbstständig verteilt. „Es ist eine Bürgerbewegung entstanden aus Entrüstung über die Zerstörung des Waldstückes, das eine Pufferzone zwischen Industriegebiet und Siedlung darstellt“, verdeutlicht Kodnar die Entwicklung der letzten Wochen.

Am vergangenen Montag überreichte eine Abordnung rund um Rudolf Kodnar, Georg Steffelbauer und Grün-Gemeinderätin Monika Oberradter die Stellungnahmen an Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr und Vizebürgermeister Ferdindand Bogenreiter.

Überrascht über die Anzahl war man nicht. „Bei einem derartigen Projekt ist mit Einspruch der Bevölkerung zu rechnen. Hunderte Stellungnahmen haben wir schon erwartet“, betonte die Bürgermeisterin, die sich in einem 45-minütigen Gespräch die Argumente der Parkplatz-Gegner anhörte.

„Wir haben versucht, die Empörung und Ablehnung der Bevölkerung gegenüber dem Vorhaben zu vermitteln. Wir haben wieder ein Umdenken gefordert, Alternativen ohne Rodung ernsthaft zu verlangen und dem unglaubwürdigen, erpresserischen Argument der Abwanderung zu widerstehen“, fasst Rudolf Kodnar das Gespräch zusammen.

Beeindrucken ließ sich die Bürgermeisterin davon nicht. „Ich bin in der Position, dass ich mehrere Argumente gegeneinander abwägen muss“, strich sie die Wichtigkeit der Firma Engel für St. Valentin hervor. Wie es nun weitergehen wird, steht schon fest. Die Stellungnahmen werden nun von Städteplanern und vom Land geprüft. „Vom Ablauf her ändert sich da nichts Wesentliches, ob es jetzt 50 oder 600 Stellungnahmen sind“, erklärt Suchan-Mayr.

Die Bürgerinitiative hat sich mit der geplanten Umwidmung jedenfalls noch nicht abgefunden. „Wir überlegen, welche Möglichkeiten wir noch haben“, verrät Rudolf Kodnar.

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