St. Valentin , St. Pölten

Erstellt am 27. Juni 2016, 09:40

von Claudia Stöcklöcker

Geldwäsche für einen Internetbetrüger. 46-Jähriger wollte als Vertreter für Immo-Geschäfte Zubrot verdienen. Wegen des unseriösen Nebenjobs landete er vor Gericht.

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„Das Vergehen der Geldwäscherei ist erfüllt. Aber dass der Angeklagte gewusst hat, dass das Geld aus einer betrügerischen Vortat stammt, kann ihm nicht nachgewiesen werden“, sagt eine Richterin zu einem St. Valentiner. Der 46-Jährige hat Glück, er wird freigesprochen (nicht rechtskräftig) im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

„ Eine Woche später stand die Polizei vor meiner Tür. Ich bin geheilt“

Der Angeklagte

Auf professionelle Betrüger fiel der Angeklagte herein, erzählt er. „Ich habe eine E-Mail bekommen von der Firma Fortuna, da war zu lesen, wie man mit Immobiliengeschäften Geld verdienen könne. Nach erstem Mailverkehr hat mich eine Dame kontaktiert und ich habe einen Vertrag als Regionalvertreter für das Immobilienunternehmen unterzeichnet“, sagt der St. Valentiner.

Und weiters: „Dann habe ich Dokumente bekommen, 2.400 Euro sind auf meinem Konto eingegangen. Das Geld habe ich behoben, alles in einem Kuvert an einen Dritten geschickt. 200 Euro Provision sollte ich dafür bekommen. Leider hab’ ich mir nicht viel dabei gedacht. Eine Woche später stand die Polizei vor meiner Tür. Ich bin geheilt“, so der Angeklagte.

Wie fremdes Geld auf das Konto des Angeklagten gekommen ist, erklärt die Richterin. „Das Opfer hat ein gefälschtes Banken-Mail geöffnet, die Betrüger haben einen Trojaner auf dem Handy des Opfers installiert und sein Internet-Banking manipuliert. So wurde von seinem Konto Geld abgezweigt und auf das Konto des Angeklagten transferiert“, sagt sie.