Erstellt am 26. April 2016, 05:24

von Claudia Stöcklöcker

18-jährige Graffiti-Sprayer müssen putzen. Künstlerisch wollten sich zwei 18-Jährige betätigen und sprühten emsig am Bahnhof.

 |  NOEN, Bilderbox.com

„Ich wollte meine Spuren hinterlassen“, sagt ein 18-Jähriger im Prozess am Landesgericht St. Pölten. Am Bahnhof in St. Valentin hinterließ der Graffiti-Sprayer farbige Schriftzüge. Rund 10.000 Euro beträgt der Schaden.

Verbotene Aktionen „cool“ gefunden

In Wartehäuschen, auf Lärmschutzwänden, auf der Toilette und Zigarettenautomaten hinterließ der 18-Jährige mit Sprühdosen seine Werke. „Graffiti hat mir gut gefallen, ich hab’ auch zuhause ein bisschen vorgezeichnet. Und spontan Graffitis gemacht mit dem Edding-Stift, wenn ich auf den Zug warten musste“, erzählt der Teenager.

Mitgemacht hat sein Freund (ebenfalls 18), der fand die verbotenen Aktionen „cool“ und sitzt nun mit auf der Anklagebank. „Zwei Mal war ich dabei. Seine Werke am Papier hat er mir davor gezeigt. Das Künstlerische hat mir schon gefallen. Jetzt weiß ich, dass es ein Riesenblödsinn war“, berichtet der Mitangeklagte.

„Ich drücke noch ein Mal ein Auge zu“

Jetzt heißt es für beide putzen. „Wir haben schon eine Reinigungsaktion gestartet und wollen den Schaden, so gut es geht, gutmachen“, sagen die Burschen und bereuen zutiefst.

„Ich drücke noch ein Mal ein Auge zu, weil Sie heute einen tadellosen Eindruck gemacht haben“, meint der Richter und und bietet den Sprayern Diversion an.

Damit sind sowohl die Angeklagten, als auch der Staatsanwalt einverstanden. 120 Stunden gemeinnützige Arbeit muss der eine leisten, 90 der andere, dann können beide Verfahren eingestellt werden.