Strengberg

Erstellt am 02. August 2016, 06:28

von Manfred Fritscher

Strengberg: Funkstille bei A1-Kunden. Seit vergangenem Dienstag kann man in Strengberg mit A1-Handys nicht mehr telefonieren. Partnerfirma muss nun unerwartet aufgetretene Probleme lösen.

Die 85-jährige Witwe Cilli Pöschko schaukelt ihren Haushalt ganz alleine, ist aber auf das Handy angewiesen. Zum Glück hat sie auch noch ein Festnetztelefon, denn auch die Notrufe funktionieren am Handy nur bedingt.  |  Manfred Fritscher

Statt „Hybrid-Boost“ fürs Internet gibt es in Strengberg seit einer Woche Totalfrust beim Telefonieren mit dem A1-Handy. Im Zuge der Installation schneller Glasfaserleitungen werden auch die Mobilfunk-Stationen von A1 für den blitzschnellen Datenverkehr aufgerüstet.

Die „Hybrid-Boost“- Technologie ist eine smarte Kombination aus Festnetzinternet und 4G/LTE (Mobilfunk) mit bis zu 100 Mbs/Sekunde auch in ländlichen Regionen.

Seit einer Woche spielt das Netz verrückt

Das Corpus delicti für die massive Netzstörung: der A1-Sendemast in Strengberg. Foto: Fritscher  |  Fritscher

Festnetzkunden in den betroffenen Gebieten wurden vorgewarnt, dass es durch die Implementierung der Glasfaserkabel in das bestehende Leitungsnetz zu kurzfristigen Störungen kommen kann. Für Handybenutzer gab es diese Warnung nicht. Und die erleben seit einer Woche ihre blauen Wunder mit dem A1-Handy.

Seit vergangenem Dienstagabend spielt das Netz verrückt und das Problem ist immer noch nicht gelöst. Eine Kommunikation ist unmöglich. Kommt eine Verbindung zustande, kann nur der Angerufene den Anrufer hören – oder umgekehrt. Sollte es zu einer beiderseitigen Kommunikation kommen, bricht die Verbindung nach Sekunden ab.

Anfragen bei der Störung wurden mit banalen Auskünften quittiert. Einmal waren Servicearbeiten daran schuld, ein anderes Mal wurde behauptet, dass es gar keine Servicearbeiten gäbe. Über die Dauer der Störung erfährt man, dass „es noch längere Zeit dauern kann“.

„Wir haben ein riesiges Problem!“

Viele Menschen wandten sich an die Gemeinde, doch auch die bekam auf ihre Anfragen keine befriedigenden Antworten. Erst als sich am Donnerstag die NÖN mit Livia Dandrea-Böhm, der Unternehmenssprecherin von A1, in Verbindung setzte, lichteten sich langsam die Nebel.

Der ersten Stellungnahme, der Betrieb laufe bereits wieder problemlos, wurde aufgrund der Faktenlage heftig widersprochen und eine ernsthafte Behandlung des Problems gefordert. Am Freitagnachmittag dankte die Unternehmenssprecherin in einem Rückruf für die Hartnäckigkeit und gestand: „Wir haben in Strengberg ein riesiges Problem!“

Bei der Aufrüstung des Senders sei es zu unerwarteten Schwierigkeiten gekommen, die mit dem eigenen Personal nicht bewältigt werden können. Es müssen Experten der Partnerfirma beigezogen werden.

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