Strengberg

Erstellt am 09. August 2016, 04:20

von Manfred Fritscher

Funkstille ist beendet: Netz wieder intakt. Nach knapp einer Woche ohne A1-Netz kann man in Strengberg wieder mit A1-Handys telefonieren. Kunden ärgern sich über entstandene Mehrkosten.

Karl Staudinger und Rosemarie Kargl von der Sparkasse können aufatmen. Nach einer Woche Kommunikationschaos funktioniert der A1-Funk wieder klaglos. Fotos: Fritscher  |  Fritscher

Als am Montag der vorigen Woche die Druckmaschinen anliefen, um die NÖN-Printausgabe mit dem Bericht über das A1-Debakel in Strengberg zu drucken, ging die Telefon-Misere gerade langsam zu Ende (NÖN.at berichtete, siehe unten). Die Druckerschwärze war noch nicht getrocknet, als bei den regelmäßigen Kontrollanrufen bei Freunden die Gegenstelle wieder klar und deutlich zu vernehmen war. „Super! Ich höre dich wieder!“, war in diesen Stunden wohl der am häufigsten gesprochene Satz.

Wie berichtet, war es im Zuge der Installation schneller Glasfaserleitungen bzw. deren Verbindung mit den Mobilfunk-Stationen von A1 für den blitzschnellen Datenverkehr zu unerwarteten Problemen gekommen.

Bis Montag, 1. August, waren in Strengberg Gespräche auf dem Mobilfunknetz von A1 nicht möglich. Beschwerden wurden mehr oder weniger abgewimmelt. Erst als sich die NÖN am Donnerstag mit der Unternehmenssprecherin von A1 in Verbindung setzte und die unhaltbare Situation im Detail schilderte, kam Schwung in die Sache.

„Super! Ich höre dich wieder!“

Der in Strengberg in der letzten Woche wohl am häufigsten verwendete Satz bei A1-Kunden, die fast eine Woche lang auf Telefonieren mit dem Handy verzichten mussten

„War das jetzt alles?“, fragen sich viele verärgerte A1-Kunden. Gibt es eine Erklärung, vielleicht eine Entschuldigung von A1 oder gar eine Entschädigung für erlittene Unbill und aufgelaufene Mehrkosten? Der Autohändler Alfred Panhofer hatte deutliche Umsatzeinbußen und Mehrkosten durch den Ausfall des A1-Netzes. „Ich will keine Ersatzansprüche stellen, erwarte mir aber, dass man in so einem Fall ordentlich informiert wird“, sagte er verärgert.

Ein ehemaliger Polizeibeamter, der das Festnetz längst gekündigt hatte, musste sich jedes Mal ins Auto setzen und Richtung Haag fahren, wenn er mit seinen Kin-dern in Kärnten telefonieren wollte. Ganz zu schweigen von den Problemen der Sparkasse-Mitarbeiter, deren gesamte Kommunikation über das A1-Mobilfunk-Netz abgewickelt wird.

Die NÖN übermittelte der Konzern- bzw. Unternehmenssprecherin von A1 vorigen Donnerstag diese Fragen der zahlenden Kunden. Zitiert wurde dabei auch Margarete Schramböck, seit 1. Mai Vorstandsvorsitzende (CEO) von A1, die kürzlich in einem Zeitungs-Interview auf die Frage, was ihre ersten und wichtigsten Ziele sind, sagte: „Mein oberstes Ziel ist es, unsere Kunden ins Zentrum all unserer Anstrengungen zu stellen. Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit, leider verliert man dieses manchmal aus den Augen. Ich habe deshalb mir und meinem ganzen Team „Zuhören“ als Credo gegeben - im Gespräch, in Internet-Foren, an der Hotline. Auf diese Kundenorientierung achten wir auch bei der Aufnahme von neuen Mitarbeitern und schauen, ob sie Teil ihrer DNA ist.“

Sparkassen-Leiter wurde gefragt, ob der Betrieb laufe

Von einer erfreulichen Reaktion konnte Sparkassen-Filialleiter Karl Staudinger berichten. Am Freitagvormittag erkundigte sich ein A1-Mitarbeiter bei ihm, ob der Betrieb auch klaglos laufe. Immerhin.

Am Abend langte eine Stellungnahme von Livia Dandrea-Böhm, der Unternehmenssprecherin von A1, auf die NÖN-Anfrage ein. „Wir verstehen natürlich die Verärgerung der Kunden und bedauern die Beeinträchtigungen im Mobilfunknetz in Strengberg, für die wir uns bei den betroffenen Kunden nochmals ausdrücklich entschuldigen.“

Dann folgt ein Erklärungsversuch, wie es zu dieser Panne gekommen war und die Versicherung, dass „(wir) diesen Fall auch als Anlass nehmen, die internen Prozesse und Abstimmungen mit unseren Partnern zu schärfen, um künftige Fälle zu vermeiden.“ Ob das den hohen Ansprüchen der neuen CEO Margarete Schramböck und den Erwartungen der verärgerten Kunden entspricht, muss sich erst zeigen.