Strengberg

Erstellt am 04. Juli 2017, 03:32

von Manfred Fritscher

Wasserknappheit: Leitung hatte Leck. Mehrere tausend Liter verschwanden pro Nacht im Netz. Ursache war ein Rohrbruch unter der Sportplatz-Straße.

Nach zahllosen durchwachten Nächten ist Bürgermeister Roland Dietl mit seinen Mitarbeitern froh, das Problem in den Griff bekommen zu haben. Am Bild bei der Kontrolle im Wasserhaus vor der samstägigen Marienprozession in der Au.  |  Manfred Fritscher

Bürgermeister Roland Dietl und seine Mitarbeiter können aufatmen: Der Spuk ist vorbei, das Leck in der Gemeindewasserleitung abgedichtet. Sind sie doch wegen der temporären Sperren des Wasserleitungsnetzes und des Verbotes von Pool-Befüllungen, Autowäschen und Rasensprengens in heftige Kritik geraten.

Die Mitteilung vom Montag der Vorwoche, dass die Kundmachung vom 16. Juni über die Beschränkung des Wasserverbrauches aufgehoben ist, wird überall mit Erleichterung aufgenommen. „Der Monat Mai ist wegen der Befüllung der zahlreichen privaten Planschbecken und Swimmingpools für den Wasserverbrauch immer eine kritische Zeit“ sagt Bürgermeister Roland Dietl zur NÖN.

Doch heuer ging auch im Juni der Verbrauch nicht zurück. Eine genaue Beobachtung des Wasserverbrauches ergab, dass auch in den Nachtstunden, wo der Verbrauch normalerweise nahe null liegt, zwischen vier- und fünftausend Liter pro Stunde im Netz verschwinden. Das deutete auf einen Wasserrohrbruch hin.

Leitungsnetz wurde schrittweise stillgelegt

Sofort wurde mit allen verfügbaren Kräften mit der Suche begonnen. Nächtelang war Bürgermeister Roland Dietl mit den Bauhof-Mitarbeitern Franz Leitner oder Albert Strasser unterwegs, um das Leitungsnetz abschnittsweise still zu legen („abzuschiebern“), während Amtsleiterin Maria Hammermüller oder ihr Vorgänger Franz Blumauer am Computer beobachteten, ob es zu Veränderungen im Verbrauch kommt. Vergeblich!

Auch die Beiziehung einer Fachfirma brachte keinen Erfolg. Das Leitungsnetz wurde – speziell im Ortsgebiet – vor mehr als 40 Jahren verlegt, nicht alles hat in den digitalen Leitungskataster Eingang gefunden. In der Nacht auf 23. Juni grenzte man durch „abschiebern“ den Bereich auf die Siedlung um die Wohnbauten der Heimat Österreich ein und wurde fündig. Eine sofort beigezogene Fachfirma konnte den Rohrbruch punktgenau vor den Wohnbauten in 3,5 Metern Tiefe unter der Sportplatz-Straße lokalisieren. Alles andere war nur noch Routine.

Die geäußerte Kritik an der Gemeinde, sie hätte bei dem herrschenden Zuzug längst für neue Brunnen sorgen müssen, geht damit ins Leere. „Leider können wir den im November 2015 erschlossenen Brunnen aus wasserrechtlichen Gründen nicht für die Ortswasserleitung verwenden. Wir sind aber ständig auf der Suche nach neuen, finanzierbaren Möglichkeiten“, sagt Bürgermeister Roland Dietl und appelliert: „Trotzdem sollten wir mit dem kostbaren Gut Trinkwasser sorgsam umgehen“.