Erstellt am 03. April 2017, 09:37

von NÖN Redaktion

Dolezal zu „Don Quijote“: „Ein lustvoller Stoff“. Christian Dolezal, als Intendant zum ersten Mal für den Theatersommer verantwortlich, verrät die Idee hinter „Don Quijote“ und erzählt über seine Erfahrung in Haag.

Christian Dolezal wird in seinem ersten Jahr als Haager Theatersommer-Intendant selbst die Hauptrolle des Don Quijote spielen.  |  NOEN, Theatersommer/Simlinger

NÖN: Die Uraufführung ist nun von Nicolaus Hagg fertiggeschrieben. Was dürfen sich die Besucher von „Don Quijote“ erwarten? Wird es ein modernes Stück mit viel oder wenig Bezug zur Gegenwart? Kritisch und teilweise trotzdem lustig?

Christian Dolezal: Kritisch ist nicht das richtige Wort, aber natürlich wirft dieses Stück einen Blick darauf, wie sich die Gesellschaft jemandem gegenüber verhält, der sich entschlossen hat, anders zu leben, in einer Welt zu leben, die nicht so ist, wie andere glauben, dass sie sein sollte. So gesehen ist das Thema modern. Und von einer Regisseurin vom Format einer Stephanie Mohr ist freilich auch modernes Theater zu erwarten. Unterhaltsam wird es ganz bestimmt. Nichts ist verführerischer als Unterhaltsamkeit. Finde ich jedenfalls.

„Von unserem musikalischen Leiter Eldis Larosa erwarte ich mir Feuer“

Auch das Ensemble steht nun. Was zeichnet dieses aus? Können Sie kurz die Rollen von Thomas Mraz (spielt Sancho Panza) und Magdalena Kronschläger (spielt die Dorothea) beschreiben und wieso sind gerade diese zwei die besten für diese Figuren?

Thomas Mraz ist ein großer Komiker. Ich schätze seine gewitzte Spielweise überaus. Magdalena Kronschläger beeindruckt mich schon lange als Schauspielerin. Sie rührt die Zuseher an. Sie hat, wie soll ich sagen: eine flauschige Seele.

Es gibt heuer wieder einmal Live-Musik zu genießen. Auf welche Musikrichtung dürfen wir uns freuen?

Der Stil der Musik entwickelt sich im Probenprozess. Aber von unserem musikalischen Leiter Eldis Larosa erwarte ich mir Feuer. Nicht zuletzt, weil er Kubaner ist.

Können schon Ideen zur Inszenierung – Stephanie Mohr (Regie) und Miriam Busch (Bühnenbild) – verraten werden?

Soweit man das jetzt schon sagen kann, vermittelt das Bühnenbild von Miriam Busch anfangs die Enge, die Don Quijote in der Welt der Anderen empfindet. Aber ich darf schon so viel verraten: Das wird sich im Laufe des Stückes stark ändern.

Warum sollte man den „Don Qujote“ in Haag unbedingt gesehen haben?

Ich halte Don Quijote für einen unglaublich poetischen und lustvollen Stoff. Wir beabsichtigen, auf frische Weise mit ihm umzugehen und nicht historisches Theater zu machen.

Wie geht es Ihnen nach den ersten Monaten als Haag-Intendant? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht, mit denen Sie ohnehin gerechnet haben, was hat Sie überrascht?

Es ist eine neue, erfüllende Erfahrung, handverlesene Künstler zusammenbringen zu dürfen. Mir gefällt auch sehr gut, zu sehen, wie viele Menschen dafür verantwortlich sind, damit diese große Unternehmung zu blühen beginnen kann.