Haag

Erstellt am 12. Juli 2016, 03:35

von Daniela Führer und Sabine Hummer

Haager Badfest sorgt für Unmut. Starker Regen beim Badfest hinterließ Schlamm und Chaos am Stadtbad-Areal. Liegewiese ist auf lange Zeit unbenutzbar. Badfest-Termin im Juli wackelt.

Ein trauriges Bild bot die Liegewiese des Haager Stadtbades nach dem Badfest. Foto: privat  |  NOEN

Das Badfest, das von der JVP im Haager Stadtbad veranstaltet wurde, sorgt nun für Nachwehen.

Am Sonntag der Vorwoche, wenige Stunden nach dem ausgelassenen Jugend-Event mit mehreren tausend Besuchern, kamen die Spuren der Verwüstung ans Tageslicht: Durch die starken Regengüsse während des Festes glich das ganze Areal einem Schlammplatz, aus dem Sportbecken war eine trübe Brühe geworden. Ein Bagger musste zur Säuberung anrücken.

Das Sportbecken wurde geleert und neu befüllt. Am Sonntag und am Montag war gar kein Badebetrieb möglich. Die Liegewiese ist auf längere Zeit unbenutzbar und musste neu angesät werden. Vom Badevergnügen fehlt derzeit im Haager Bad jede Spur und es hagelt Kritik aus der Bevölkerung.

Per Hochdruckreiniger wurde das verschmutzte Sportbecken gereinigt. Foto: privat  |  privat

Auch in der NÖN-Redaktion trafen Beschwerden ein. „Dass die Besoffenen sich in die Becken übergeben, weiß man schon von früheren Festen. Diesmal kam dazu, dass sie samt verdreckten Schuhen hineingehüpft sind“, ärgert sich Martin Tischler. Vor allem die Dauerkartenbesitzer seien die Leidtragenden.

Für den zuständigen Stadtrat Martin Stöckler (Für Haag) ist dieser Zustand untragbar. „Freilich übernimmt die JVP die Kosten für die Reinigungsarbeiten und die Differenz für die entgangenen Einnahmen. Der wirkliche Schaden lässt sich aber nicht beziffern. Denn viele kommen nicht ins Bad, weil sie sagen, es stinkt bei den Hecken und Büschen nach Urin“, sagt er.

Auch wer die Verantwortung übernimmt, sollte es einmal zu einem Unfall im verunreinigten Becken kommen, ist für Stöckler unklar. „Heuer hätte man niemanden mehr gefunden. Es passt für mich nicht zusammen. Das Freibad ist keine Party-Location“, will er einen Badfest-Termin während der Saison künftig nicht mehr genehmigen.

Alternativer Termin im September denkbar

„Wenn überhaupt, kann ich mir nur einen Termin im September vorstellen“, hat Stöckler diese Option bereits im Stadtrat deponiert.

Bürgermeister Lukas Michlmayr, als oberste Veranstaltungsbehörde in der Gemeinde, kann beide Seiten verstehen: „Natürlich muss gewährleistet sein, dass der Badebetrieb die ganze Saison über gesichert ist. Auf der anderen Seite finde ich es aber auch sehr positiv, dass sich hier so viele Leute ehrenamtlich engagieren und dieses Fest für die Allgemeinheit ausrichten“, sagt er gegenüber der NÖN. Er informiert, dass der Veranstalter die zusätzlichen Kosten für die Reinigung von zirka 2.500 Euro begleicht.

Laut Michlmayr laufen auch bereits Gespräche mit dem Veranstalter über einen künftigen, anderen Termin und Veranstaltungsort. „Diese Gespräche haben schon am Tag nach dem Badfest begonnen.“